Weißrussland 2919

Weißrussland 2919

Tag 1
Am Mittwoch, den 22.05.2019, startete unsere 27. Kulturfahrt nach Weißrussland. Voller Vorfreude und Energie fuhren wir vom Wittenberger Hauptbahnhof zum Flughafen Berlin-Schönefeld. Von dort aus betraten wir nach den erwartet ominösen Passkontrollen den Flieger in Richtung des nationalen weißrussischen Flughafens in Minsk. Dort angekommen wurden wir wiedermal sehr herzlich in Empfang genommen und mit einem großen Pralinenkasten überrascht. Nun wartete eine dreistündige Busfahrt nach Mosyr auf uns, aber diese dauerte im Vergleich zum Flug mehr als doppelt so lange. Dennoch konnten wir dabei erste Eindrücke über das Land sammeln.Im Kulturpalast angekommen wartete dann schlussendlich noch ein weiterer herzlicher Empfang mit einem reichhaltigen Abendbrot.

Tag 2
Am zweiten Tag fuhren wir nach dem Frühstück im Kulturpalast zur kunstorientierten Schule No.9, von welcher wir traditionell mit dem „Tanz der Störche“ und salzigem Brot empfangen wurden. Nach einer Schulführung mit mehreren Stationen, wobei uns eigene Werke gezeigt wurden, unter anderem Hüte mit selbsthergestelltem Stoff, wurden wir in zwei Gruppen geteilt und durften einerseits am Russischunterricht der zehnten Klassen und andererseits am Unterricht der russischen Literatur teilnehmen. Anschließend fuhren wir zurück in den Kulturpalast, wo uns eine Tanzstunde mit Polka und Wiener Walzer erwartete. Nach diesem amüsanten Zusammensein erhielten wir von dem Priester Georgi einen Einblick in eine katholische Kirche und erfuhren zudem viel über die Geschichte Weißrusslands zu Stalins Zeit sowie seinen Umgang mit Gläubigen. Im Anschluss, wieder im Kulturpalast angelangt, probten wir nochmals intensiv für unseren großen Auftritt auf der Bühne in der Show anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens der Tanzgruppe ALEXIS. Mit großer Begeisterung genossen wir das Programm der talentierten Tänzer und Tänzerinnen sowie Sängerinnen. Der krönende Abschluss des ereignisreichen Tages war das jährlich stattfindende „Вечер дружбы“ („Abend der Freundschaft“). Dabei wurden bereits bestehende Freundschaften gepflegt und neue mit weißrussischen Jugendlichen geknüpft.

Tag 3
Heute, am dritten Tag, fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück im Kulturpalast um 10 Uhr in Richtung Gomel. Nach einer 2 stündigen Busfahrt wurden wir mit Applaus von dem Gymnasium Nr. 49 empfangen. Dort begrüßten uns die Schüler der Schule, welche besonders in unserer deutschen Muttersprache gefördert werden, mit einem tollen Programm und hatten danach Zeit uns mit den Schülern intensiv in russischer und deutscher Sprache zu unterhalten. Die Tatsache, dass die Schüler bereits seit der 1. Klasse Deutsch lernen, beeindruckte uns alle sehr. Ein leckeres Mittagessen gab es im Anschluss in einem Selbstbedienungsbuffet. Dort tankten wir neue Kraft für den Spaziergang durch den Park und die anschließende Bootsfahrt. Nach unserem Abendbrot bekamen wir zahlreiche Einblick hinter die Kulissen des Kulturpalastes und nahmen außerdem an einem von Alexander Zenchenko, dem Direktor der Tanzgruppe ALEXIS, bis es um 22 Uhr ein letztes Mal zurück ins Sanatorium ging.

Tag 4
Heute, den 25.5.2019, wurden wir zum Frühstück ein letztes Mal im Kulturpalast beköstigt und fuhren anschließend, nach einem äußerst herzlichen Abschied, nach Mogiljow. Dort wurden wir ebenso, wie bereits zuvor, sehr gastfreundlich in der Kunstschule No.1 mit einem selbst gemalten Gemälde sowie einem köstlichen Mittagessen begrüßt. Anschließend genossen wir ein Programm der Musiker in der Musikschule No.4. Bei diesem Konzert spielte eine national und international ausgezeichnete Musikergruppe in Kombination mit Jugendlichen typisch weißrussische Tänze und Instrumente, wie zum Beispiel die Balaleika oder die Zimbel. Danach gab es noch ein gemeinsames Zusammensitzen der Jugendlichen am „славный стол“ (gedeckter Tisch). Nachdem wir im Anschluss unsere Zimmer im Rudercamp bezogen, besuchten wir die weißrussische Diskothek „Дубровке“. In dieser bekamen wir Einblicke wie das Nachtleben wohl aussehen mag, noch bevor es überhaupt begann. Des Weiteren trafen wir dort viele Schüler der Musikschule wieder, die erst kurz zuvor für uns aufgetreten waren und konnten so viele neue Kontakte knüpfen. Um den anstrengenden Tag perfekt ausklingen zu lassen, versammelte man sich am Abend auf dem Balkon des Rudercamps und genoss den Sonnenuntergang über dem Nepper in vollen Zügen.

Tag 5
Nachdem wir erneut in der Kunstschule No.1 gespeist hatten, fuhren wir zu einem Ethnographischen Museum Mogiljows und besuchten eine sich im Freien befindende Ausstellung. Aufgrund des sehr guten Wetters bot sich ein Spaziergang durch die dazugehörenden Grünflächen sehr gut an. Direkt danach ging es für uns zum Pferdesportzentrum, welches wir zuerst besichtigten. Das kleine Highlight des Tages war die anschließende Möglichkeit, selbst in den Sattel zu steigen und kleine Kutschfahrten zu unternehmen sowie die uns dargebotene Aufführung zwei junger und talentierter Mädchen. Nach dem anschließenden Mittagessen im Freien fuhren wir mit dem Bus zum „Dorf des 19. Jahrhunderts“. Viele nutzten die freie Zeit, um in den kleinen Schmied-, Töpfer- und Handwerkshäusern Souvenirs zu erwerben oder durch das große Gelände zu spazieren. Zum Abschluss des Tages kamen wir mit sehr guten weißrussischen Freunden an einem See in Mogiljow zusammen, wo wir mit einem reich gedeckten Tisch empfangen wurden. Da das Wetter immer noch sehr schön war, nutzen viele die Gelegenheit und kühlten sich im See ab.

Tag 6
Dieser Tag begann mit unserem zweiten Frühstück in der Kunstschule No.1, in der wir uns, wie schon am vorherigen Tag, Grundlagen für den langen Tag in Mogiljew schafften. Von dort aus besuchten wir zuerst das Rathaus, welches als Museum aufgebaut ist und uns somit die Geschichte der Stadt anschaulich näherbrachte. Anschließend ging es direkt ins Frauenkloster Hl. Nikolai, wo es erwünscht war, aus Respekt vor dem Glauben Kopftücher zu tragen. Eine freundliche Nonne ermöglichte uns darauffolgend eine Besichtigung des Kloster-geländes, durch welche wir weitere Einblicke in die Orthodoxie erhielten. Anschließend ging es für die sieben mutigen Freiwilligen unserer Reisegruppe in die „heilige Quelle“ Pikowitschi, die Gesundheit, Erholung und Befreiung von bösen Gedanken verspricht. Gegen 13:30 Uhr erwartete uns ein leckeres Mittagessen in der Kunstschule. Beim darauffolgenden Besuch der Malschule töpferten wir Engel und malten mit Aquarellfarben kreative sowie einzigartige Bilder. In den nächsten zwei Stunden erkundeten wir eigenständig die sehenswerte Innenstadt Mogiljews. Dabei konnte jeder seine freie Zeit sehr individuell gestalten und sich so beispielsweise in einem Restaurant vergnügen. Am Abend versorgte uns die Kunstschule mit einem letzten Abendbrot bis wir uns letztendlich wieder im Rudercamp versammelten, um die aufgenommenen Eindrücke zu verarbeiten.

Tag 7
Der letzte volle Tag begann mit einer dreistündigen Busfahrt in die Hauptstadt Weißrusslands, nachdem wir in der Kunstschule No.1 gefrühstückt hatten. Kurz vor dem eigentlichen Ziel hielten wir an, um uns eine Gedenkstätte des Holocausts im Minsker Vorort Malyj Trostenetz, welches nach einem kurzen Spaziergang erreicht wurde, anzuschauen. Das Denkmal war sehr berührend, da an einem Baum Blätter mit europäischen Namen, Geburts- und Sterbedaten hingen, welche tragisch ermordet wurden. Anschließend fuhren wir in das Zentrum Minsks, um uns mit der Stadt näher vertraut zu machen.  Danach ging es für uns weiter zum Heiligen Elisabeth-Kloster, in deren zugehöriger Unterkunft wir außerdem übernachteten. Nach dem Beziehen der Zimmer wurde unsere Gruppe in Mädchen und Jungen unterteilt, wobei sich die Mädchen erneut mithilfe von Tüchern verdecken mussten. Sowohl die Mädchen- als auch die Jungsgruppe hatte das Glück, die Klosterführung von einer deutschsprechenden Nonne, welche dem Kloster am Anfang des Jahres beitrat, zu bekommen. Sie gab uns sehr viele Informationen über den orthodoxen Glauben sowie über das Kloster. Beispielsweise erfuhren wir, welcher Unterschied zwischen einer schwarzgekleideten und einer weißgekleideten Klosterfrau besteht. Nachdem die interessante Führung vorbei war und wir ein sehr gutes Abendessen serviert bekamen, genossen wir einen letzten gemeinsamen Abend.

Tag 8
Die letzte Nacht in Weißrussland verbrachten wir in einem Kloster in der weißrussischen Hauptstadt Minsk. Dort stärkten wir uns beim Frühstück für den folgenden langen Tag, an dem unsere Abreise auf dem Plan stand. Mit gepackten Koffern fuhren wir also erst einmal aus der tollen Stadt Minsk in Richtung des nationalen Flughafens. Auch hier erwarteten uns viele Passkontrollen, bis wir letztendlich den Flug in die Heimat antraten. In Berlin-Schönefeld angekommen, mussten wir also „nur“ noch eine lange Zugreise mit dreimaligem Umsteigen hinter uns bringen, bis wir letztendlich den Wittenberger Hauptbahnhof voller Freude auf die gewohnte Umgebung erreichten. Hier erwarteten uns unsere Eltern, Geschwister und Freunde, die sich nach einer Woche ohne uns riesig auf das Wiedersehen freuten. Für uns Reisende heißt es nun erst einmal die wunderschönen Erlebnisse und die vielen neuen Eindrücke über die weißrussische Kultur in Ruhe zu verarbeiten. Dabei geht ein großes Dankeschön an die drei mitgereisten Betreuer Dr. Heinz Wehmeier, Frau Sygnecka und Herr Canje heraus, ohne die so eine tolle Fahrt nie möglich gewesen wäre und die immer ein offenes Ohr für uns alle hatten.

Geschrieben von
Janine Bender, Paula Wawarofsky, Tobias Böhme, Max Hieber

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