Geschichtsprojekte - Spurensucher berichten

Geschichtprojekttage 2019

Klasse 12-Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

GesProT2019-121Nachdem wir bereits am Montag ein Zeitzeugengespräch mit Frau Bielke über Ihre Inhaftierung in der DDR durchgeführt haben, sind wir am Mittwoch dem 27.03.2019  in das Stasigefängnis Hohenschönhausen in Berlin gefahren.

In kleinere Gruppen unterteilt, erkundeten wir gemeinsam mit den Zeitzeugen Herr Scheidler und Herr Neubert die Anlagen, gingen durch die engen Gänge, in die kleinen düsteren Zellen und Verhörräume. Wir erfuhren durch ehemalige Häftlinge wie schrecklich der Alltag in Untersuchungshaft war. Die Zeitzeugen schafften es, uns ein Gefühl von der damaligen Situation und den unmenschlichen Maßnahmen zu vermitteln.  Nebenbei erfuhren wir immer mehr über die Aufgaben der Stasi, die ständige Überwachung, die psychische und damit auch physische Folter.

Im zweiten Teil erarbeiteten wir in kleinen Gruppen verschiedene Themen. Wir vertieften die Arbeit mit den Zeitzeugen, erkundeten das Museum und beschäftigten uns mit der friedlichen Revolution an 4 Stationen.

Nach fünf Stunden intensiver Beschäftigung mussten wir leider wieder zurückfahren. Die Zeit war viel zu knapp für den großen Informationsfluss. Wir nehmen unglaubliche Fakten über die DDR-Vergangenheit mit, die wir hoffentlich auch in unseren Abiturprüfungen anwenden können.

Abdullah Barghoth

Weg eines Untersuchungshäftlings: Transport per Barkas – Ankunft in Hohenschönhausen – „Entwürdigende“ Begrüßung durch Wachsoldaten und Vernehmer – Einzelhaft zur Erzwingung eines „Geständniss“ – Haftalltag Langeweile & Tigerkäfig – Bustransport über 100m per Bus und einstündiger Fahrt – Glückliche Verlegung in eine Zweimannzelle – Verurteilung und Transport in ein Strafgefängnis    

Schülerstimmen:

Lorenz Schmidt    
Es war interessant einen genaueren Einblick in die Vorgänge der Stasi zu bekommen und dabei auch die Geschichten eines Zeitzeugen, welcher sehr angenehm berichtete, zu erleben durch Herr Scheidler. Besonders schockierend war es, beschrieben zu kommen, dass die DDR selbst kritische Sozialisten mit besonderer Härte bekämpfte.

Isabella Bärwald
Es war sehr interessant eine kritisch reflektierte Meinung über die Geschichte der DDR von dem Zeitzeugen-Herr Scheidler- direkt berichtet zu bekommen.

Elias Quast
Vor allem die psychischen Repressionen, die durch die Stasi auf politische Gefangene ausgeübt wurden, wurden durch den Zeitzeugen Herr Scheidler nachvollziehbar beschrieben. Interessant war/ ist, das alle Zeitzeugen auch auf die positiven und fortschrittlichen Dinge in der DDR hingewiesen haben. Eine schwarz-weiße Geschichte gibt es nirgends.

Patrick Michna
Durch die Führung in der Haftanstalt und die spätere Projektarbeit wurde für mich verdeutlicht, wie sehr die Geheimpolizei in das Leben der Bevölkerung eingriff und sie dazu zwang dem System treu zu sein, z.B. durch die unmenschlichen Verhältnisse in den Haftanstalten.

Tim Hieber
Der Kaffee hat mich gerettet.

Debbie Ziebeck
Ich fand es wirklich interessant, weil ich sowas noch nie gesehen habe und ich mich nun gut
in die Häftlinge hineinversetzen kann. Durch die Aussagen des Direktors weiß ich nicht, wem
ich glauben soll. Der Widerspruch zwischen Darstellung durch den ehemaligen Direktor
Rataizick und der Darstellung durch die ehemaligen Häftlinge ist echt krass!

Henrike Mosch
Dieser Teil der Geschichte war bisher nur aus dem Kursbuch, weit entfernt und kaum
 greifbar. Jetzt nach dem Besuch der Gedenkstätte, der Ausstellung und den Gesprächen mit
den Zeitzeugen ist es immer noch schwer vorstellbar das Menschen anderen Menschen
solche Dinge antun!

Wir bedanken uns bei der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen- Anhalt für die Förderung!


Klasse 11 - "Ja wir san mit'n Radl da"

GesProT2019-001Am 27. März fand der diesjährige Geschichtsexkursionstag der 11. Klassen statt. Doch diesmal waren die Schüler nicht wie gewohnt im Bus unterwegs, sondern fuhren mit dem Fahrrad durch den Westteil der Stadt Wittenberg einschließlich der eingemeindeten Ortsteile. Im Zeitraum von 8:00 bis ca. 14:00 Uhr war es möglich, auf umweltschonende Art und Weise verschiedene Orte von historischer Bedeutung zu besuchen und in Augenschein zu nehmen. Viele neue interessante Dinge zur Geschichte der Stadt, von historischen und gegenwärtigen Entwicklungen der Siedlungs- sowie Wirtschaftstrukturen galt es zu erkunden.

GesProT2019-002Die "Radreise" über ca. 25 km begann am frühen Morgen bei erfrischenden Temperaturen in der Innenstadt. Geleitet von Herrn Pannicke/Frau Schönefeld (Geokurs-Teilnehmer) und Herrn Fuchs/Frau Kerber/Herrn Grande (Geschichte) fuhren die Schüler dann viele verschiedene Stationen innerhalb Wittenbergs (insgesamt 14) ab. Zunächst ging es dabei zum Alten Bahnhof (1841) und anschließend über den Elberadweg entlang des Hafens zur Keksfabrik Wikana. Jede Etappe des Ausflugs wurde natürlich mit Vorträgen veranschaulicht. Nach der Betrachtung der industriellen Lückenbebauung ging es über das Fischerdorf Kleinwittenberg in Richtung Klärwerk. Dort gab es gegen 10:00 Uhr die lang ersehnte Frühstückspause. Im Anschluss folgten als Haltepunkte das SKW sowie das ehemalige Gummiwerk mit seinem heutigen Nachfolger PTE. Über den klassischen Dorfkern von Apollensdorf ging es zum westlichsten Punkt der Tour, dem Erinnerungsort an das ehemalige Strafgefangenenlager Elberegulierung nach Apollensdorf/Griebo. Dieser war durch den Impuls einer ehemaligen Schülerin unserer Schule, Johanna Keller, erst vor wenigen Jahren geschaffen worden. Sie hatte hierzu eine Besondere Lernleistung gefertigt.
GesProT2019-003GesProT2019-004Der "Rückweg" führte uns über einen steilen Höhenanstieg, nach Apollensdorf-Nord, einer Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Industriesiedlung, im Norden vom Ausländerfriedhof und der ehemaligen WASAG begrenzt . Über Reinsdorf ging es zum alten Dorf in Piesteritz. Der vorletzte Halt war der Obelisk auf dem Friedhof in Kleinwittenberg. Dieser erinnert der an die Verstorbenen im Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkrieges an gleicher Stelle. Dort befindet sich zudem die Grabanlage des Fabrikanten Joly (Eisenwerk) In der Werkssiedlung angekommen, wurde der letzte Vortrag gehalten und der Ausflug war somit beendet.

GesProT2019-005Im Vergleich zu den Entwicklungen des 19. Jahrhunderts in Deutschland wies die hiesige Industrialisierung mehrere deutliche Unterschiede auf. Der Zusammenfall der beiden Industrialisierungsphasen (nach Rostow), bedingt durch die späte Entfestigung der Stadt (1873) gehörten genauso dazu wie die nur geringen Auswirkungen der Gründerkrise. Zudem war die Entfaltung der Stadt Wittenberg immer wieder engmaschig mit der Rüstungsindustrie und Zwangsarbeit verbunden.Dies geschah sowohl im Ersten wie auch im Zweiten Weltkrieg. Durch Rüstung zum Wohlstand - diese Aussage lässt sich nur schwer widerlegen.Während der Tour blieben glücklicherweise Regen und größeren Pannen aus und so konnte sogar mit partiellem Sonnenschein die Heimreise angetreten werden.

K. Fuchs, 27.03.2019

 


Klasse 8

2019_GeProT8Am 26.03. besuchten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen im Rahmen des diesjährigen Geschichtsprojekttages zum Thema Industrialisierung in Wittenberg das „Science Center Futurea“ in Wittenberg. Dazu wurden wir freundlich in Empfang genommen. Zunächst haben wir von einer Mitarbeiterin des Futurea eine interessante Führung durch das Gebäude bekommen. Dabei hat sie uns erzählt, wie die Menschen sich früher mit Lebensmitteln versorgt haben und wie es sich bis heute durch die Landwirtschaft verändert hat. Da die von uns besuchte Einrichtung auch in Verbindung zum Stickstoffwerk SKW steht, hat die Futureamitarbeiterin uns erklärt, wozu man Stickstoff verwenden kann und was er für eine Rolle in der Landwirtschaft spielt. Dabei wurde sie auch durch kleine Filme, die wir uns ansehen konnten, unterstützt. Nachdem uns alles Nötige vom Futurea gezeigt und erzählt wurde, hörten wir uns noch einen interessanten Vortrag an. Darin ging es um die Industrialisierung, unter anderem, was besondere Meilensteine in dieser Zeit waren. Wir haben dabei auch erfahren, wie, wann und wo sie in Wittenberg begonnen hat. Man konnte sich das Ganze auch sehr gut vorstellen, da der Vortragende immer Bezug auf die heutige Zeit genommen hat und zu manchen Dingen auch etwas aus seiner eigenen Kindheit erzählen konnte. Als alle unsere Fragen beantwortet waren, durften wir alleine die Einrichtung selbstständig erkunden. Dabei konnte man sich nochmal an den Informationstafeln erkundigen oder auch kleine Filme zu bestimmten Themen ansehen. Man konnte auch Spiele oder Rätsel erledigen,um sein Wissen zu testen. So wurde uns allen das Thema Landwirtschaft und Industrialisierung etwas nähergebracht.

Aliena Kl. 8b


Klasse 10 - Achtung Passkontrolle!

GesProT_2019-10-001Bis zum 9.November 1989 war die Grenzanlage Marienborn eine von wenigen Grenzübergangsstellen an der innerdeutschen Grenze. Im Rahmen der Geschichtsexkursionstage besuchten die Schüler/innen der Klassenstufe 10 des LCG die Gedenkstätte zur Deutschen Teilung Marienborn sowie das Grenzdenkmal in Hötensleben.
Am Mittwoch, dem 27.03.2019, versetzten wir  uns in die Rolle eines BRD-Bürgers, der vor dem Fall der Mauer im November 1989 in die DDR einreisen wollte. So absolvierten wir die strenge Passkontrolle durch die DDR- Grenzpolizei und wurden anschließend in der sogenannten Zollgarage mit dem Prozedere vertraut gemacht, welches Einreisende und Ausreisende durch Zöllner und Angestellte der Staatssicherheit der DDR über sich ergehen lassen mussten. Da wir einen Kontrollturm besichtigen durften, erhielten wir einen Eindruck von der gesamten Grenzübergangsstelle und von den Ausmaßen der Überwachung.
GesProT_2019-10-002Nach einem kurzen Abstecher in die Dauerausstellung der Gedenkstätte  Marienborn fuhren wir weiter nach Hötensleben zum Grenzdenkmal. Hier nun wechselten wir die Perspektive und wurden mit den Grenzanlagen und den Schwierigkeiten konfrontiert, denen DDR-Bürger gegenüberstanden, die die DDR über den Fluchtweg verlassen wollten.  Selbst die besten Athleten unserer Klassenstufe hatten große Schwierigkeiten, die Mauer probehalber zu erklimmen.
Nach diesem langwierigen Tag (und ein paar Umleitungen auf der Rückreise) waren wir alle müde und erschöpft, doch vor allem froh, dass die Mauer nicht mehr steht.
Wir bedanken uns bei der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen- Anhalt für die Förderung!

Sophie Hamann und Franziska Görsch

„Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete.“

Wie jeder weiß, darf im Geschichtsunterricht der 10.Klasse das Themengebiet der DDR und BRD nicht fehlen. Doch das Interessante sind nicht die Daten und Fakten, sondern das, was in den Menschen selbst vorging – in einer Zeit, in der sich alle nach Frieden, Freiheit und Einigkeit sehnten. Somit ermöglichte es uns die Konrad- Adenauer- Stiftung, dieser Frage genauer auf den Grund zu gehen.
Am 15. Mai 2019 ging es für alle Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse mit dem Bus nach Magdeburg, genauer gesagt ins etwas altertümlich gestaltete OLI-Kino. Nachdem sich alle in den nach bekannten Schauspielern benannten Reihen platziert hatten, leitete der Moderator Franz das Ganze mit einer kleinen Fragerunde ein, bei der unsere bisher erworbenen Geschichtskenntnisse abgefragt wurden. Alle Bundeskanzler der BRD wurden genannt und schon ging es mit dem Film „Nikolaikirche“ (1995) los.
Dieser basiert auf dem gleichnamigen Roman von Erich Loest und erzählt die Geschichte einer Familie während der Wendezeit. Sowohl die Seite der Stasi als auch die der Friedensdemonstranten wird im Film gekonnt veranschaulicht. Auf der einen Seite die Architektin und Protagonistin Astrid Protter, welche immer weiter hinter die eigentliche Verlogenheit des Systems kommt und auf der anderen Seite ihr Bruder Alexander Bacher, der zwar als Hauptmann der Stasi dient, gleichzeitig aber immer versucht, seine eigene Familie vor „der Firma“ zu schützen. Die Situation zwischen beiden Seiten spitzt sich immer weiter zu und das ganze Chaos erlangt schließlich mit den Montagsdemonstrationen von 1989 seinen Höhepunkt und um einen Mitarbeiter in dem verbarrikadierten Stasigebäude zu zitieren : „Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete.“
Anschließend gab es eine kleine Diskussion, in der es um interessante Fragen ging wie „Gab es in der DDR schon Sperrmüll?“ und besonders die Geschichtslehrer schwelgten dank einiger liebevoller Details im Film sichtlich in „Ostalgie“. Darauf folgte eine kleine Mittagspause, in der Kartoffelsalat und Würstchen verteilt wurden und schon ging es mit dem Bus auch wieder zurück.
Wir bedanken uns noch einmal herzlich bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, die es uns ermöglichte, diesen Film zu schauen und somit einen doch sehr realistischen Einblick in das Leben und die Probleme der Menschen erhalten zu haben.

Sarah Varga, 10a


Klasse 9 - Projekttag in der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin2019_GesProTage-001

Am 19.02.2019 besichtigten die Klassen 9a und b des Lucas-Cranach-Gymnasiums die Gedenkstätte KZ Lichtenburg in Prettin.
Wir wurden dort von der Leiterin der Gedenkstätte Frau Engler begrüßt und sprachen zu Beginn über unser Vorwissen zum Thema Konzentrationslager.
Anschließend konnten wir das Gelände zunächst selbst in kleinen Gruppen erkunden und Informationen sammeln. Die gesamte Anlage ist fast vollständig erhalten. Überall befinden sich Tafeln, auf denen die Bedeutung oder die Nutzung der Gebäude und Plätze beschrieben ist.
Wir fanden z.B. heraus, dass die Lichtenburg ursprünglich als kursächsischer Witwensitz gebaut, bereits 1812 als königlich-preußische Strafanstalt und schließlich von 1933bis 1939 als Konzentrationslager genutzt wurde.

Nach der Outdoor-Untersuchung des Geländes folgte das Zusammentragen der erworbenen Informationen. Frau Engler hatte eine sehr interessante Methode. In der Mitte unseres Stuhlkreises lag eine Karte des Umrisses von dem KZ mit Bildern von früher und heute und Beschriftungen, die wir zuordnen sollten. Jeder, der etwas zuordnete, sollte sich zuerst vorstellen und ein oder zwei Informationen zu dem Gebäude/Platz geben. Nach einer kleinen Pause bereiteten wir, immer noch in denselben Gruppen, Präsentationen vor, welche wir an verschiedenen Stationen der anschließenden Führung vorstellen sollten. Während der Führung wurden wir  auch gefragt, ob wir glauben, dass die Prettiner von der Existenz des Konzentrationslagers gewusst haben. Der lange Empfangstresen der Gedenkstätte diente uns als Skala. Die meisten waren der Meinung, dass die Prettiner teilweise oder gar nichts davon gewusst hatten. Nur unsere Klassenlehrerin und ich waren fest davon überzeugt, dass alle Bewohner genau davon gewusst nur eben weggesehen, es befürwortet oder es schweigend hingenommen haben. Egal, welcher Fall zutraf, sie hatten alle Mitschuld an dem, was in der Lichtenburg geschehen ist, da sie nichts dagegen unternommen haben. Was das betrifft haben wir ein sehr interessantes Zitat des Pastors Martin Niemöller gehört:
„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Anschließend durften wir sogar in einen der sonst gesperrten ehemaligen Schlafsäle. Sehr bedrückend war  die Besichtigung des Bunkers, in welchen die KZ-Häftlinge in Einzel/Folterhaft gesteckt wurden, wenn sie etwas „Schlimmes“ verbrochen hatten. Dazu zählten Dinge wie während des Appells (morgendliche Durchzählung der Häftlinge) husten/niesen, mehr Essen als erlaubt holen oder den Arbeitsauftrag nicht schaffen. Wobei man hier auch sagen muss, dass Strafen in einem KZ genauso willkürlich waren wie deren Gründe. Im Bunker entdeckten wir sogar Schriftzüge von Gefangenen.
Etwas dort, was mich sehr überrascht hat, war, dass eine dieser Zellen nicht leer war. In dieser Zelle lag auf einem der Betten die Gipsskulptur eines toten Häftlings. Diese Skulptur machte alles das, was wir im Unterricht gelernt haben, alles das was, wir gehört haben und alles, was ich im Fernsehen gesehen habe, auf einmal so real, dass mir schlecht wurde.
Nach der Führung wurden wir gefragt, ob wir etwas Neues gelernt haben. Wir waren uns alle einig, dass wir uns nicht vorstellen können, dass auch nur einer von uns das tun würde, was die Nationalsozialisten getan haben. Aber genau deswegen ist es so wichtig, uns und zukünftigen Generationen zu zeigen, wie schrecklich die Zeit des Nationalsozialismus war und die Opfer nicht vergessen werden dürfen. Dennoch haben einige Schüler geäußert, dass sie Angst davor hätten, dass so etwas in unserem Land noch mal passiert.
Alles in allem war es ein sehr lehrreicher und wichtiger Projekttag, mit dessen Ende das Projekt jedoch noch nicht ganz abgeschlossen war.
Am 21.02.2019 besuchten uns in der Geschichtsstunde Tobias und sein Assistent Karl von der Evangelischen Akademie Wittenberg. Sie stellten uns zu Beginn die Frage, was uns vom Dienstag denn noch besonders in Erinnerung sei. Oft kam die Antwort, dass ein Häftling im KZ Lichtenburg 1114 Tage überlebt hat und dass das bei diesen Umständen schon beeindruckend ist. Ich hab an der Stelle noch mal die Gipsskulptur erwähnt.
Anschließend fragten sie uns, welche Ideen wir zu einer Digitalisierung der Gedenkstätte hätten. Viele waren dafür, dass man dazu ein Computerspiel entwickelt, in dem man sowohl in die Rolle eines Häftlings als auch in die eines Wärters schlüpfen kann, um beide Seiten verstehen zu können. Gerade beim Wärter wurde eine Storyline empfohlen.
Danach durften wir die digitale Variante, die in Zusammenarbeit der Evangelischen Akademie Wittenberg und der Gedenkstätte KZ Lichtenburg in Minecraft entstanden ist, testen. Uns hat dies sehr gefallen. Jedoch sind wir uns darüber einig, dass das Spiel den eigentlichen Ernst der Lage nicht so deutlich macht wie der Besuch der Gedenkstätte. Dieser lässt sich durch nichts ersetzen. Die digitale Methode hatte aber den Vorteil, dass wir in die Gebäude gehen konnten, die eigentlich einsturzgefährdet sind und unser Wissen vertiefen konnten. Wir beurteilten die digitale Variante und hoffen, dass sie weiterentwickelt wird.
Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Unser besonderer Dank gilt der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die unseren Projekttag gefördert hat.
Es war kurzweilig und tiefgreifend. Wir haben viel gelernt und es ist auch sehr wichtig, dass so etwas gemacht wird. Also noch mal ein großes Dankeschön.

E.K., Klasse 9a

„Die Toten mahnen uns“2019_GesProTage-002

Wir sammelten uns vor der Schule. Klasse 9c und Klasse 9d. Wir wussten von dem Ziel dieser Exkursion: das ehemalige KZ Lichtenburg.
Bereits zu Hause hatten wir uns belesen, uns Fotos angesehen. Als wir jedoch eine Stunde nach unserer Abfahrt von der Schule das Gelände der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin betraten, war es etwas ganz anderes. Es war realer. Wir teilten die Klassen und jeder erlebte Geschichte hautnah.
Die Klasse 9c, deren Programm und Tag ich hier erklären werde, fand sich schon bald in einem Stuhlkreis mit der Leiterin der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin, Frau Engler, wieder. Sie sollte uns den Tag über begleiten und für das Geschehene sensibilisieren.
Den Auftakt für unsere gemeinsame Zeit bildete die Frage, was uns zu dem Begriff „KZ“ einfalle. Schnell wurde sich in Gruppen gesetzt und alle Gedanken von zum wahrscheinlich dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte aufgeschrieben und anschließend mit der Klasse ausgewertet. Wobei auffiel, dass unsere Gedanken gar nicht so unterschiedlich waren, wie man vielleicht vermutete.
Als alle weiteren Fragen von uns über ein KZ geklärt waren, wurden wir auf „Spurensuche“ geschickt. Wir suchten nach allem, was darauf hindeutete, was für menschenunwürdige Geschehnisse hier stattgefunden haben. Dabei  stolperten wir über Relief-Darstellungen, die Schlafräume… und den Bunker. Der Ort, an dem die Häftlinge ihre Strafen über sich ergehen lassen mussten. „Es [war] böse Zeit“, ist manchem von uns durch den Kopf gegangen, als wir über das Gelände liefen und Informationen sammelten. Die einzelnen Bereiche fügten wir gemeinsam zu einer Karte des KZ zusammen.
Unsere nächste Aufgabe bestand darin, sich auf einen Teil zu spezialisieren und Vorträge auszuarbeiten, die dann geschickt von Frau Engler in eine Führung durch die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin eingebunden wurden. Sie zeigte uns die Stelle, an der einst die Latrine stand und erzählte über einen Häftling, der dort ums Leben kam, weil er in einer Kloake ertränkt worden ist. Sie zeigte uns den Schlafsaal der Inhaftierten und erzählte von den Qualen und Demütigungen, die Homosexuellen, Kommunisten, Zeugen Jehovas, Sinti und Roma, Sozialisten  und Juden zugefügt worden waren.
Dies erregte in uns sowohl Abscheu als auch Beklommenheit über diese menschenverachtenden Verbrechen an - in unseren Augen - unschuldigen Menschen.
Vor allem im Bunker und auf dem Appellplatz war dieses Gefühl der Beklommenheit besonders zu spüren. Dort, wo die Menschen einst so grausame Dinge erlebt hatten, gefoltert, geschlagen wurden und zusammengebrachen, herrschte betretenes Schweigen.
Dieses wurde erst gebrochen, als wir unser Entsetzen einander mitteilten, um das Geschehene zu verarbeiten. Jeder Einzelne musste seiner Fassungslosigkeit Luft machen. Dabei  stellten wir fest, dass wir alle zu tiefst erschüttert sind. Wir verstehen nicht, wie man andere Menschen fast zu Tode prügeln konnte, ohne dass jemand etwas dagegen unternahm. Wir verstehen nicht, wie man Menschen, die zusammenbrachen, noch mehr quälte, anstatt ihnen zu helfen. Wir verstehen nicht, warum man für Lappalien so hart bestraft wurde, dass man um sein Leben bangen musste. Wir haben aufrichtiges Mitleid mit den Häftlingen, die damals kleine Texte in die Mauern ritzten, die bis heute Hoffnung, Angst  und Ungewissheit vermitteln.
Als wir dann auf dem Rückweg waren, stand für uns alle fest: So etwas  wie damals darf nie mehr geschehen, weder in Deutschland noch anderswo auf der Welt. „Die Toten mahnen uns.“
Solche Exkursionen gegen das Vergessen der Gewalt und Grausamkeit haben dabei die wichtige Aufgabe, junge Leute  wie uns zum Nachdenken zu bewegen.
Unser Projekttag wurde durch die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

M.T., Klasse 9c

Klasse 6 - Das mittelalterliche Wittenberg

Am 26.3.2019 begaben sich die 6.Klassen des Lucas-Cranach-Gymnasiums zusammen mit den verantwortlichen Lehrern auf  eine Entdeckungsreise durch das  mittelalterliche Wittenberg.
Nach der Ankunft aller Schüler auf dem Marktplatz gaben die Lehrer noch ein paar Sicherheitsanweisungen. Anschließend wurden die Schüler in Kleingruppen, die aus jeweils 2 bis 3 Kindern bestanden, aufgeteilt. Danach erhielt jede Gruppe einen Fragebogen, auf dem die zu besuchenden Gebäude und Denkmäler aufgelistet sowie  eine Karte, in der die Ziele durch Nummern verzeichnet worden waren.
Nun konnten die einzelnen Teams mit Spaß den historischen Stadtkern Wittenbergs  frei erkunden.
Besucht und erforscht wurden unter anderem Gebäude wie die Stadtkirche, das Elbtor und das Rathaus, aber auch Denkmäler, wie das Denkmal für Johannes Bugenhagen.
Über die Stadtkirche erfuhren wir, dass die ersten Teile der Kirche frühestens aus dem Jahr 1281 stammen und sich vor langer Zeit einmal ein Friedhof unmittelbar neben der Kirche befand. Über das Elbtor wissen wir jetzt, dass es auch Drachenkopf genannt und als eines der Stadttore für den Schutz und die Kontrolle der Stadt genutzt wurde.
Das Rathaus wurde im Jahre 1317 erstmals erwähnt und war zum Beispiel  Gefängnis, Gericht, Verwaltungszentrum der Stadt und Ratsarchiv.
Johannes Bugenhagen war der erste evangelische Pfarrer in Wittenberg und ihm wurde ein Denkmal nahe der Stadtkirche gesetzt.
Ziele der Kleingruppen waren aber auch die Stadtbäche, der Marktbrunnen, die Leucorea, der Cranachhof und das Zeughaus, in dem sich das Museum für Stadtgeschichte befindet. Dort fand später eine Führung statt, welche auch gleichzeitig der Höhepunkt des Projektes war. Jede Klasse machte diese Führung zu unterschiedlichen Zeiten. Eine Historikerin des Museums erklärte uns die einzelnen Dinge, die in einer Stadt nicht fehlen durften, anhand eines großen Modells des mittelalterlichen Wittenbergs. Am Ende des Projekttages gingen alle Schüler mit mehr Wissen über die historische Stadt und einem guten Gefühl nach Hause.
Es war ein aufregender und lehrreicher Tag, an dem wir alle auch sehr viel Spaß hatten.

Klasse 5

Wie jedes Jahr zur Zeit der Geschichtsprojekttage im Frühling erkundeten die 5. Klassen das Umfeld ihrer Schule, welches eben ziemlich geschichtsträchtig ist. Eingebettet in die historische Piesteritzer Werkssiedlung der ehemaligen Stickstoffwerke Piesteritz (als damaliges Projekt der Weltausstellung EXPO 2000 zu neuem Glanz renoviert) steht das Hauptgebäude des heutigen Lucas-Cranach-Gymnasiums Haus I zentral an der Peripherie der Siedlung. Die Schüler der 5. Klassen erkundeten mit Stift, Arbeitsblock und Fotoapparat im Verlaufe einer Wissensrallye, welche architektonischen und gestalterischen Besonderheiten der Lebensraum der Werkssiedlung ihren heutigen und damaligen Bewohnern bietet. Begonnen hatte der Tag mit einem informativen und bildhaft interessanten Dokumentarfilm über die Historie der Werkssiedlung. Historische und aktuelle Bildaufnahmen öffneten den ersten Blick der Schüler für die nachfolgenden, selbstständig zu lösenden Arbeitsaufgaben, welche in kleinen Arbeitsgruppen im Anschluss eines Erkundungsganges durch die Siedlung kreativ umgesetzt worden sind.

(Projektleiterin E. Folgner)

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Geschichtprojekttage 2018

Klasse 5

Die Piesteritzer Werkssiedlung-Geschichtsprojekt

Am 10.04.2018  waren wir, die 5.Klässler, mit den Lehrern unterwegs in der Piesteritzerwerkssiedlung. Wir haben dort die Gartenstadt 2018_GesProT5-001erkundet und sind auf viele Fragen gestoßen. Am Anfang des Tages haben wir erst einmal einen Film geguckt über die Werkssiedlung. Er hatte viele Informationen über die Gartenstadt. Jede 5.Klasse hat sich in Gruppen aufgeteilt. Danach haben wir ein Aufgabenblatt bekommen. Danach sind wir mit dem Aufgabenblatt durch die Werkssiedlung gelaufen und haben2018_GesProT5-002 jede Frage beantwortet. Zuerst sind wir in die katholische Kirche mit den Lehreren gegangen,wo wir auf Frau Labisch gestoßen sind, die uns alles erklärt hat und alle Fragen beantworten konnte. Nach ca.15min haben wir die Kirche wieder verlassen. Dann haben die Lehrer uns alles erklärt. Danach sind die Gruppen alleine losgezogen und haben die Aufgaben gelöst. Die meisten Gruppen sind zuerst ans Dreieck gegangen und haben dann dort weiter gemacht. Aber manche sind auch woanders hingegangen. Danach sind alle 5.Klassen zum Damenheim Carl-Liebknecht-Platz, katholischer Kirche, 2018_GesProT5-003Lucas-Cranach-Gymnasium Haupteingang, am Dreieck und zum Stillen Winkel, in verschiedenen Reihenfolgen gegangen. Jede Gruppe hat die Aufgaben gelöst und ist danach zurück in den Klassenraum gegangen. Jede Gruppe hatte dann noch eine Aufgabe, die bei jeder Gruppe anders war, bekommen. Die erste Gruppe musste einen Stadtplan über die Werkssiedlung machen, zwei andere Gruppen mussten die schönsten und bekanntesten Orte in der Werksiedlung malen und beschreiben, eine andere Gruppe hatte sogar Elfchen über die Werkssiedlung geschrieben. Es war ein toller und schöner Tag für uns. Wir hatten sehr viel Spaß und haben viel Neues herausgefunden über die Gartenstadt.

Sophie Fröße & Luisa Hohmann


Klasse 62018_GesProT6-001

Auf den Spuren des Mittelalters in Wittenberg

Am Geschichtsprojekttag erkundeten die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 6 am 10.04.2018 das mittelalterliche Wittenberg. Im Rahmen einer Exkursion in die Altstadt suchten und fanden die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen wichtige historische Orte der Wittenberger Altstadt auf und erkundeten deren Bedeutung. So konnten sie direkt in das Leben einer mittelalterlichen Stadt eintauchen, nachvollziehen, wie Wittenberg damals aussah und was den mittelalterlichen Wittenberger bewegte. Gekrönt wurde die Stadtrallye noch durch einen Besuch des Stadtmuseums im Zeughaus, bei dem die Schülerinnen und Schüler die erkundeten Orte anhand des historischen Stadtmodells nochmals aus der Vogelperspektive entdeckten und zusätzliche Informationen durch das engagierte Personal erhielten. Und am Ende des Tages war allen doch eines bewusst: Geschichte ist nichts Fernes, sondern umgibt uns überall.


Klasse 7

„Wurzeln und Flügel“ – Perspektiven des Lebens
lautete das Motto des diesjährigen Geschichtsexkursionstages für 50 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7. Wurzeln und Flügel sollen helfen, sich selbst zu finden und eigene Wege zu gehen. Verbunden mit interessanten Stationen rund um das Leben der Familie Luther in Torgau ergab sich eine gute Mischung von Historie und Gegenwart für die Beteiligten. Der Entwurf einer Siedlung nacb eigenen Vorstellungen bzw. ein gemeinsames Brückenbau-Projekt bildeten den Rahmen der Aktivitäten. Ein Kirchenpuzzle forderte den Spürsinn heraus, bei der Stadtführung war Konzentration gefragt. Zum Abschluss gab es Leckeres aus der Küche Martin Luthers – Grießbrei mit Kirschen. Kräutertöpfe aus Luthers Garten werden zukünftig den Garten einiger Besucher bereichern.

Ein großes Kompliment an die Organisatoren dieses Projektes.

(H.W.)
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Geocaching auf Melanchthon`s Spuren

2018_GesProT7-GCEin Teil der 7.Klassen beschäftigte sich am Projekttag  in diesem Jahr mit dem Thema "Geocaching". Neben dem Kennenlernen von Begriffen wie GPS, Navigationsgerät, Muggel oder auch Geocache stand der Mensch und auch Lehrer seiner Zeit Philipp Melanchthon auf dem Programm. Nachdem wir von Herr Wartmann die GPS-Geräte in die Hand gedrückt bekommen hatten, ging die Suche nach irgendwelchen Koordinaten schon los. Einige mussten die Koordinaten (z.B. in diesem Format N 51° 52.153 E 012° 35.612 ) von bestimmten Lebensstationen in de Innenstadt Wittenbergs in die Geräte eingeben, bei einigen waren sie aber schon aus den Vorjahren vorhanden. Nebenbei machten wir uns mit den handyähnlichen Technikteilen vertraut. Anschließend begaben wir uns zu Fuß über den Elberadweg in die Innenstadt. Unterwegs fanden wir 4 Übungscaches mit jeweils einer kleinen Belohnung darin. In der Stadt angekommen suchten wir mit Hilfe der GPS-Geräte in kleinen Gruppen bestimmte Orte auf, um dort verschiedensten Fragen zu Melanchthon zu beantworten. Dabei erfuhren wir viel über den besten Freund Luthers, der er ja eigentlich im höheren Alter garnicht war. Oder doch ? Der krönende Abschluß dieses schönen Tages war die persönliche Begegnung mit Philipp Melanchthon, der uns viel über sein Leben und die Schule zu seiner Zeit !

Pauline Steinbiß


Klasse 8

2018_GesProT8-001Das Schöne mit dem Nützlichen verbinden – Ein Besuch im Wörlitzer Park

Am Dienstag, dem 10.04.2018, fuhren die 8. Klassen im Rahmen des Geschichtsprojekts bei schönstem Wetter in den Wörlitzer Park. Treffpunkt an der Schule war um 7.30 Uhr. Um 7.45 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Park. Nach ca. 30min. erreichten wir unser Ziel. Klassenweise erkundeten wir den Park und stellten in kurzen Vorträgen einige Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die St.Petri Kirche oder die Felseninsel Stein,  vor. Wir erfuhren auch, dass das Wörlitz-Dessauer-Gartenreich zum UNESCO- Weltkulturerbe gehört. Anschließend trafen sich die vier Klassen wieder und es folgte eine zweistündige Parkführung. Unser Parkführer erzählte uns nicht nur etwas über das Schloss und das Gotische Haus, sondern besonders über die Bäume und Pflanzen, die im Park wachsen.  Die Führung endete mit einer kleinen Fährüberfahrt. Nach einer kurzen Pause traten wir froh gestimmt die Heimreise an.
Wir können einen Besuch des Parks weiterempfehlen.

Von Sanja Grieser und Elin Küpferling 8a

Am 10. April konnten wir, die Klasse 8c, im Wörlitzer Park die Naturschönheiten bewundern, die sich uns bei dem warmen Frühlingswetter boten. Wir waren aufmerksam dabei, egal, ob wir an dem Floratempel vorbei kamen, die Felseninsel Stein aus der Ferne betrachteten oder uns die Vorträge unser fleißigen Mitschüler anhörten. Zumal auch unsere Lehrerin Frau Kerber manche neue Dinge erfuhr, und uns an diesem Tag beibrachte, den Park am besten mit ,,unseren Augen, dem Herz und dem Verstand zu betrachten." Wir schätzten uns glücklich, dass durch Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau der freie Eintritt des Wörlitzer Parks entstanden ist, denn schon damals wollte dieser, dass das Volk zu freier Bildung kommt. Der Ausflug zum Wörlitzer Park zeigte uns, wie leicht man Geschichte mit dem Alltag verknüpfen kann und dass es immer wieder ein tolles Erlebnis ist, die Natur zu bestaunen. Große Aufmerksamkeit bekamen die beiden Pfauen des Parks, welche aus dem dichten Grün traten, als wir uns dem Gotischen Haus näherten. Die Begeisterung bei uns war vor allem daran zu bemerken, dass wir uns auch nach dem Ausflug noch über das Erlebnis unterhielten und über das neue Wissen staunten, welches uns die Parkleiterin bei einer Führung vermittelt hat.
Wir, die Klasse 8c, genossen diesen schönen Tag im Wörlitzer Park sehr, obwohl dieser für manchen von uns sicherlich viel zu schnell endete.


Klasse 92018_GesProT9-001

Am 10.04.2018 besuchte die 9c, am 11.04.2018 dann die 9a und die 9b die Gedenkstätte KZ Lichtenburg. Nach einer 45 minütigen Busfahrt kamen wir in Prettin, dem Ort in dem das KZ liegt, an. Wir wurden sehr freundlich von den Mitarbeitern begrüßt und versammelten uns dann in einem Raum. Dort sprachen wir zunächst über unsere Erwartungen an den Tag und trugen dann unser bereits vorhandenes Wissen zum Thema „Konzentrationslager“ zusammen. Da wir ja aber extra nach Prettin gefahren waren, um ein solches zu sehen, begannen wir mit der Erkundung des Geländes. Die Gruppen die wir vorher gebildet hatten, hatten nun die Möglichkeit das ganze Gelände zu erkunden und etwas über einzelne Gebäude herauszufinden. Es war schon ein komisches Gefühl über die Plätze zu laufen wo damals Menschen von den Nationalsozialisten gequält und gefoltert wurden. Nachdem wir alle wieder in unserem Versammlungsraum eingetrudelt waren, erstellten wir mit der Hilfe von den Mitarbeitern einen Plan des Konzentrationslagers.2018_GesProT9-003

Danach bekam jede Gruppe ein Vortragsthema und wir erarbeiteten mit Hilde der sehr schönen und übersichtlichen Ausstellung unsere Vorträge Diese konnten wir dann währende eines weiteren sehr ausführlichen Rundganges präsentieren. Wir bedanken uns recht herzlich bei den Mitarbeitern der 2018_GesProT9-002Gedenkstätte KZ Lichtenburg.

Gefördert wurde dieses Projekt von der Landeszentrale für politische Bildung LSA, bei welcher wir uns ebenfalls für die Ermöglichung dieses aufschlussreichen und interessanten Tages bedanken wollen.

Ida Hoffmann, Johanna Thiele


Klasse 10

Geschichte der DDR - hautnah

Leipzig - die Stadt, die die Meisten als Ort des Studierens, Shoppens oder der Kultur kennen, haben die Schüler der 10. Klassen am Mittwoch, dem 11.April 2018, von einer ganz anderen Seite kennengelernt.
Unsere Exkursion begann am Morgen mit dem Treffen am Hauptbahnhof. Wir fuhren 1,5 Stunden bis wir den Leipziger Markt erreichten.

Von dort aus war es auch nicht mehr weit bis zum Zeitgeschichtlichen Forum. Wir bekamen dort ausführliche Führungen zum Thema „Formgestaltung in der DDR“. Die Formgestaltung von Alltagsprodukten unterschied sich sehr von der heutigen. Heute kann jedes Unternehmen seine Produkte frei gestalten, doch in der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik wurden diese sehr von den politischen Rahmenbedingungen - vor allem von der Ideologie und dem Herrschaftsanspruch der SED - geprägt.
Anschließend gingen wir alle zur „Runden Ecke“, in der das Bürgerkomitee Leipzig e.V.  im August 1990 in originalen Räumen der ehemaligen Bezirksverwaltung der Staatssicherheit der DDR die Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ eröffnet hat.
Auch hier bekamen wir eine Führung durch das Museum. Hautnah wurden uns die ehemaligen Büros der Stasioffiziere  gezeigt und deren Aufgaben und Funktionsweise erläutert. Außerdem lernten wir sehr viele, zum Teil erschreckende, Methoden kennen, die angewandt wurden, um das Volk zu bespitzeln, zu überwachen und zu unterdrücken. Doch am 04.12.1989 änderte sich dies! An jenem Tag besetzten engagierte Bürger das Gebäude und legten in der Folge die Arbeit der Stasi-Zentrale lahm.
Nach dieser Führung hatten wir Freizeit, bis uns unser Zug wieder nach Wittenberg brachte.

Am Mittwoch lernten die 10. Klassen die Zeit von 1949 bis 1990 auf eine ganz andere und sehr interessante Weise kennen.

Text: Sophie Rößler 10b
Bilder: Anick Moye 10b, Thea Keller 10b

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Klasse 112018_GesProT11-001

Geschichtsunterricht mal anders

Am 11. April fand der diesjährige Geschichtsexkursionstag der 11. Klassen statt. Doch diesmal waren die Schüler nicht wie gewohnt im Bus unterwegs, sondern fuhren mit dem Fahrrad durch Wittenberg. Im Zeitraum von 8:00 bis ca. 14:15 Uhr war es möglich, verschiedene Orte von historischer Bedeutung zu besuchen und neue interessante Dinge zur 2018_GesProT11-002Geschichte der Stadt und Entwicklung der Siedlung sowie Wirtschaft zu erfahren.
Die "Radreise" über 25 km begann am frühen Morgen an der Schlosskirche. Geleitet von Herrn Pannicke (Geokurs-Teilnehmer) und Herrn Fuchs (Geschichte) fuhren die Schüler dann viele verschiedene Stationen innerhalb Wittenbergs (insgesamt 14)  ab. Zunächst ging es dabei zum Alten Bahnhof (1841) und anschließend über den Elberadweg zur Keksfabrik Wikana. Jede Etappe des Ausflugs wurde natürlich mit Vorträgen veranschaulicht. Zur Abwechslung fand u.a. ein Wettkampf zwischen den Klassen in Form eines Memorys statt. Dabei ging die 11a als Sieger hervor und wurde mit Keksen belohnt. 2018_GesProT11-003Über Kleinwittenberg ging es dann in Richtung Klärwerk. Dort gab es gegen 10:30 Uhr die lang ersehnte Frühstückspause. Von dort ging es über SKW und das ehemalige Gummiwerk mit kurzen Unterbrechungen zum ehemaligen Strafgefangenenlager nach Apollensdorf/Griebo. Der Erinnerungsort entstand durch den Impuls einer ehemaligen Schülerin unserer Schule, Johanna Keller. Sie hatte hierzu eine Besondere Lernleistung gefertigt.

2018_GesProT11-004Der "Rückweg" führte uns über einen steilen, 27 m Höhenanstieg, nach Apollensdorf-Nord und zum ehemaligen WASAG-Gelände. Einige "Komplikationen" hatten eine kurzzeitige nicht geplante Rast zur Folge. Über das alte Dorf in Piesteritz ging es weiter zum Friedhof nach Kleinwittenberg. Dort befindet sich nicht nur die Grabanlage des Fabrikanten Joly (Eisenwerk) sondern ebenso ein Obelisk, der an die Verstorbenen im Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkrieges an gleicher Stelle erinnerte. In der Werkssiedlung angekommen, wurde der letzte Vortrag gehalten und der Ausflug war somit beendet.

Glücklicherweise blieben die Schüler vom Regen, welcher vorausgesagt war, verschont und konnten bei gutem Wetter ihre Heimatstadt noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Eliza Wobker 11a
Bild 1-Schlossplatz; Bild 2-Wikana; Bild 3-Joly und Thompson; Bild 4-Anstieg Apollensdorf


Klasse 12

Am Mittwoch, den 11.04. fuhren wir, der Jahrgang 12, nach Halle zu unserem letzten gemeinsamen Schulausflug. Unser Ziel war die Gedenkstätte „Roter Ochse“, ein Teil eines ehemaligen Stasi Gefängnisses.

Nach einem kurzen Vortag über die damalige und heutige Nutzung des Hauses, bekamen wir eine Führung durch das Gebäude. Dort sammelten wir viele verschiedene Eindrücke und bekamen Einblicke in die Lebensumstände der damaligen Häftlinge. Anschließend wurde uns zusammenfassend ein Film über die heutige Aufarbeitungsarbeit gezeigt, in dem wir etwas über den Umgang mit den Stasi-Akten und die Funktion und die Tragweite der Stasi erfuhren.

Es war für uns alle ein sehr informativer Tag und eine Möglichkeit den sonst so theoretischen Geschichtsunterricht abwechslungsreich zu erleben.

Ein großes Dankeschön gilt der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die uns diesen Ausflug ermöglicht hat.

R.S.


Geschichtprojekttage 2017

Klassenstufe 7

GesProTage2017-002Geschichtsprojekt der Klasse 7d

Die Klasse 7d unternahm am 04.04.2017 ein Geschichtsprojekt in der Lutherstadt Wittenberg. Um 07:45 Uhr trafen alle pünktlich am Marktplatz ein. Von 08:00 Uhr bis 10:00 Uhr besuchten wir verschiedene historische Orte, wo je zwei Schüler die besondere Bedeutung dieses Ortes genauer vorstellten. Unsere letzte Station war das Melanchtonhaus, welches wir mit Hilfe eines Lückentextes erkundeten. Schließlich sammelten wir uns um 11:45 am Marktplatz und teilten uns in Gruppen auf. Jede Gruppe bekam eine andere Aufgabe. Um diese auszuwerten, trafen wir uns um 12:35 Uhr nochmals auf dem Markt. Gegen 13:00 Uhr war das Geschichtsprojekt beendet. An diesem Tag gewannen wir viele interessante Informationen über die Stadt Wittenberg als bedeutsame Stätte der Reformation rund um Luther.

Klassenstufe 8

GesProTage2017-001

Besuch des Wörlitzer Parks (Klasse 8b)

Am 4. April sind wir, die Klassen der Jahrgangsstufe 8, im Rahmen der Geschichtsexkursion mit dem Bus in den Wörlitzer Park gefahren. Nach der Ankunft trennten sich die einzelnen Klassen, um die von den Schülern selbst vorbereiteten Vorträge über Teile des Wörlitzer Parks vorzustellen. Anschließend  begann die zweieinhalb stündigen Führung durch die Wörlitzer Parkanlagen. Wir starteten im Schlossgarten, hier erfuhren wir viel über die Entstehung und Geschichte. Während der Besichtigung der verschiedenen Teile des Parks überquerten wir viele Brücken und fuhren auch mehrmals mit kleinen Personenfähren. Unser Gruppenleiter machte uns besonders auf die „Sichtachsen“, welche bei der Anlage des Parkgeländes eine große Rolle gespielt haben, aufmerksam. Besonders faszinierte uns die Kettenbrücke. Insgesamt war es ein interessanter und aufschlussreicher Tag, welcher uns allen viel Spaß gemacht hat.

GesProTage2017-008Wanderausflug in den Wörlitzer Park

Am 04.04.2017 unternahmen die 8. Klassen eine Exkursion in das Wörlitzer Gartenreich.
Sonniges, schönes Wetter und eine gute Motivation begleiteten die Schüler durch ihren Tag.
Zum Beginn hörten wir einige informative Vorträge über die Vielfalt des Wörlitzer Parks. Nachdem alle ihr Wissen erweitert hatten, legten wir eine kurze Pause ein.

Darauf folgte eine 2-stündige Führung durch den Park. Wir entdeckten ihn von seinen schönsten Seiten und konnten uns von seiner Artenvielfalt begeistern lassen. Spannende Augenblicke wie eine Bootsfahrt über den See, das Überqueren der Hängebrücke sowie das Betrachten des Vesuvs aus der Ferne waren nicht wegzudenken.

Wusstet ihr schon?

Der nachgestellte Vesuv aus Italien ist ein super tolles Erlebnis für die ganze Familie. Er wird alle
3 Jahre künstlich ausgelöst. Durch eine Hebelfunktion wird Wasser aus dem See in den Vulkan befördert. Bei einer chemischen Reaktion wird das Wasser aus dem Vulkan hinaus katapultiert und fließt durch eine Maske aus dem „Mund“ des Vulkans. Mit bengalischen Lichtern wird das Wasser illuminiert, sodass es uns dem Anschein nach wie Lava erscheint.

Der Ausflug in das Wörlitzer Gartenreich erschien uns allen als ein sehr tolles und spaßiges Erlebnis. Es wurden viele Informationen mit auf den Weg gegeben, die einem in Erinnerung bleiben. Wer den Wörlitzer Park noch nicht kennt, für den lohnt es sich, ihm einen Besuch abzustatten - es ist nur weiter zu empfehlen.

S. Okanoya, Y. Wassermann

GesProTage2017-003Geschichts-Projekttag 2017 (Klasse 8d)

Am Dienstag, dem 03.04.2017, erforschten wir, die Klassen 8a-d, den Wörlitzer Park. Um ca. 9.00 Uhr kamen wir, wenn auch ein bisschen verspätet am Wörlitzer Park an. Von dort aus liefen wir klassenweise durch den Park und hörten uns die Vorträge unserer Mitschüler und Mitschülerinnen an. Hierbei haben wir auch erfahren, dass der künstliche Vulkan auf der Felseninsel Stein dem Vesuv nachempfunden ist und von Fürst Leopold III.  in Auftrag gegeben wurde. Danach hatten wir erstmal eine kleine Pause, um etwas zu essen und zu trinken. Und dann ging es auch schon mit der Führung durch den gesamten Park weiter. Unsere Führer erzählten uns etwas über die Geschichte und die einzelnen Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss und natürlich auch den 16 verschieden gestalteten Brücken, die im ganzen Park verstreut sind. Wir haben auch erfahren, dass der Wörlitzer Park eine typische englische Gartenanlage ist und zum UNESCO- Welterbe gehört. Natürlich waren wir nicht nur zu Fuß im Park unterwegs, sondern auch mit der Fähre, aber trotzdem waren wir am Ende des Tages froh nicht zur Schule zurück laufen zu müssen. Alles in allem war es ein schöner und lustiger Tag und es war spannend Geschichte auch mal praktisch zu erleben!

Klassenstufe 9

Klassenstufe 10

GesProTage2017-007Geschichtsexkursion zur ehemaligen innerdeutschen Grenze nach Helmstedt

Unser geschichtlicher Ausflug begann am frühen Mittwochmorgen vor dem Lucas-Cranach-Gymnasium. Alle Schüler der zehnten Klassenstufe fieberten dem bevorstehenden Tag entgegen. Kurze Zeit später fuhren bereits die Busse vor; noch ein letzter Check, ob alle Schüler anwesend waren und dann konnte die Fahrt beginnen.
Nach gut zwei Stunden erreichten wir Helmstedt. Hier grenzte die russische an die britische Besatzungszone. Unser erster Programmpunkt war deshalb das Grenzzonenmuseum im Herzen der Stadt.
Dort wurden wir von unserer Reiseführerin erwartet, die uns viel Hintergrundwissen vermittelte. Nach der Spaltung Deutschlands befand sich hier die innerdeutsche Grenze  und Helmstedt gehörte zu den wichtigsten Grenzübergangsstellen.

Im Anschluss an den Museumsbesuch fuhren wir mit dem Bus am früheren Grenzstreifen entlang. Zäune und Wachtürme sind noch erhalten. Die Schüler konnten wirklich gut nachempfinden, wie vor 60 oder 70 Jahren hier einmal ausgesehen haben muss. Auch bei vielen anderen Jugendlichen machte sich große Neugierde und Erkundungslust breit. Jonas Heede beschrieb: „Es ist faszinierend einen Einblick in diese Thematik zu erhalten. Jetzt betrachte ich einige geschichtliche Dinge mit anderen Augen.“

Doch unsere Exkursion war noch nicht ganz abgeschlossen. Das Bewegendste  folgte zum Schluss: Der Besuch der Grenzübergangsstelle  Helmstedt-Marienborn. Dort erwartete uns Schüler ein fast komplett erhaltenes Areal sowie ein Museum, in dem uns beeindruckende Originalzeugnisse der damaligen Zeit wie Reisepässe, Fotos und Uniformen gezeigt wurden.

Daraufhin neigte sich ein informativer, aber dennoch anstrengender Tag dem Ende zu. Die gesamte Klassenstufe 10 bedankt sich bei den Fachlehrern sowie den Reiseführern für die gelungene Organisation des Tages.

Paul Damm, 10b

GesProTage2017-004GesProTage2017-005GesProTage2017-006

GesProTage2017-009Klassenstufe 11

Wirtschaftlicher Aufbruch und Zwangsarbeit in der Lutherstadt Wittenberg

Am Mittwoch, dem 5. April 2017, folgten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen den Spuren der Industrialisierung in Wittenberg, Piesteritz und Apollensdorf.  Aufgeteilt in ein eher geographisch-historisch ausgerichtetes Team unter Leitung von Herrn Pannicke und eine klassisch historisch ausgerichtete Equipe unter Federführung von Herrn Fuchs ging es für viele Schülerinnen und Schüler erstmals auf eine "große" Radtour durch die Stadt.

Das Wetter passte sich zum Auftakt ein wenig an den Gemütszustand der Teilnehmer an, es war zunächst etwas reserviert und trübselig, wurde dann mit der Zeit aber immer besser. Ähnliches konnte ja auch zur Entwicklung der Stadt Wittenberg gesagt werden. Erst nach der Entfestigung der Stadt auf Befehl Kaiser Wilhelm des I. 1873 legte die Stadt ihren wirtschaftlichen "Dornröschenschlaf" ab. Zwar gab es zu diesem Zeitpunkt bereits schon eine Eisenbahnverbindung mit anderer Streckenführung (1841 - Alter Bahnhof) als heute, aber ein Wachstumsschub setzte erst mit der Entfestigung nach Osten und Westen in Wittenberg ein. Dabei liefen die erste und zweite Phase der Industrialisierung in Wittenberg zeitgleich ab. Während der Gründerkrach aufstrebende Entwicklungen allerorts abrupt abbremste, blieb Wittenberg von diesen Folgen weitgehend verschont. Nach der Lückenbebauung in Richtung Kleinwittenberg mit den Unternehmen Kant, Joly und Thompson gepaart mit dem Elbhafen und der Hafenbahn folgten in westlicher Richtung später die großen Chemiebetriebe mit den Stickstoffwerken, den Vorläufern des Gummiwerkes und der WASAG. Gerade der Auf- und Ausbau der großen Chemiebetriebe vollzog sich unter Einsatz von Zwangsarbeit, sowohl im  Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg. Das Wittenberg als ein Standort für die Rüstungsindustrie enorm profitierte, davon zeugen heute noch zahlreiche Siedlungen, wie Apollensdorf-Nord, Gebäude in Reinsdorf oder die Häuserzeilen beiderseits des Weges zur Volksparkturnhalle. Die Aufarbeitung dieses Geschichtskapitels hat gerade erst begonnen. Hier hat die ehemalige Schülerin des LCG, Johanna Keller, durchaus Pionierarbeit geleistet, wie es u.a. am Erinnerungsort des ehemaligen Strafgefangenenlagers Elberegulierung Griebo nachhaltig zu sehen war. Demgegenüber wirkte die Idylle des dörflichen Ursprungs Piesteritz schon fast gespenstisch ruhig und wies nichts vom städtischen Charme einer Werkssiedlung auf. Dort am Torhaus endete die Radreise nach ca. 25 km. Größere Pannen oder Defekte traten diesmal nicht auf. Zum Abschluss schien sogar die Sonne. Beladen mit neuen Eindrücken von bisher eher unbekannten Orten und Stätten ging es nun für alle Beteiligten heimwärts.

K. Fuchs
FSL Gesellschaftswissenschaften

Klassenstufe 12

Eine letzte Exkursion mit gemischten Gefühlen

Am Mittwoch, dem 05.04.2017, ging es für den Jahrgang 12 zum letzten Mal auf Wandertag. Im Zeichen der Wendegeschichte fuhren alle drei Klassen gemeinsam nach Berlin und besichtigten die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.
Das trübe Wetter an jenem Tag ließ die ehemalige Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit noch düsterer und trister erscheinen, als sie ohnehin schon ist. Unterstrichen wurde dieses beklemmende Gefühl durch eine Führung über das Gelände der Anstalt. Diese erwies sich deshalb als besonders eindrucksvoll, weil sie nicht etwa von einem Historiker, sondern einem Zeitzeugen gemacht wurde. So wurden wir direkt in den Zellen Hohenschönhausens mit Hilfe realer Erfahrungen der Ex-Häftlinge über die vergangenen Gräueltaten gegenüber politischen Gegnern der Stasi aufgeklärt. In einer nachfolgenden Gruppenarbeit werteten wir unsere Erkenntnisse gemeinsam aus und beendeten den letzten Wandertag unserer Schulzeit individuell mit ein wenig Freizeit in Berlin.

Resümierend kann ich für meinen Teil sagen, dass mir vorher kaum bewusst war, dass auch die Stasi körperliche und psychische Folter an politischen Häftlingen ausübte und wie sehr ein auf Freiheit und Demokratie bedachter Mensch während der kommunistischen Gewaltherrschaft in der DDR leiden musste. Auch die Arbeitsweisen und Spionagetechniken der Stasi haben wir genauer untersucht und erschreckt festgestellt, wie sehr der ehemalige Geheimdienst die Menschen aufeinander hetzte und durch Machtmissbrauch zu unterdrücken versuchte. Dennoch kramten wir nicht nur in der Vergangenheit — Geheimdienste sind weltweit ein aktuelles Thema und der Besuch in Hohenschönhausen hat uns somit auch einen Denkanstoß für unser eigenes Leben mit auf den Weg gegeben und uns darüber nachdenken lassen, was wir wem wirklich preisgeben sollten, gerade im Internet.

Anika Würz


Geschichtprojekttage 2016

Klassenstufe 5

Am 09.04.2016 haben wir viel über unsere Werkssiedlung gelernt. Zuerst sahen wir uns mit Frau Dr. Folgner einen Film in der Aula an. Dann starteten wir in kleinen Gruppen, um Rätsel zu lösen. Wir lernten nette Leute kennen und hatten viel Spaß. Danach mussten wir jeder ein Elfchen dazu schreiben und unsere Erlebnisse aufmalen. Es war zwar etwas schwer, aber es war ein toller Tag und wir hätten gerne noch mehr solcher Tage.

Pauline Steinbiß 

Klassenstufe 6

Am 05.04.2016 waren alle 6. Klassen in Wittenberg.
Das Thema war:Wittenberg als ehemalige Stadt und Festungsanlage!
Alle Klassen wurden in 4 Gruppen eingeteilt und besichtigten Wittenberg in 2 verschiedenen Touren, die durch ganz Wittenberg führte. Wir besichtigten zum Beispiel den Stadtpark, das alte Rathaus und den Campus der Leucorea. Außerdem bekam jede 6. Klassen eine Führung durch das neu erbaute Stadthaus. Wir fanden, der Tag hat viel Spaß gemacht und freuen uns auf den Geschichtsprojekttag nächstes Jahr.

Niklas Hoffmann

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Klassenstufe 7

Am Dienstag, dem 5.April 2016, führten wir unseren alljährlichen Geschichtsprojekttag durch. In diesem Jahr ging es für die 7.Klassen um das Thema Reformation. Unsere Aufgabe war es, als Zweiergruppe zuhause einen Vortrag über ein Gebäude oder eine Person aus der Reformationszeit vorzubereiten. Die erstellten Texte präsentierten wir bei einem Stadtrundgang. Anschließend erkundeten wir die Lutherhalle und vervollständigten einen Lückentext. Zuletzt teilten wir uns in Gruppen auf und arbeiteten an unterschiedlichen Aufgaben. Zum Beispiel galt es folgende Frage zu beantworten: Welche Dinge, die es heute in Wittenberg zu kaufen gibt, haben mit der Reformation zu tun?

Es war ein sehr interessanter Projekttag und eine schöne Abwechslung zum Schulalltag.

Simon Ziegler, Klasse 7d

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Klassenstufe 8

Am  5.April 2016, sind alle 8. Klassen mit dem Bus in den Wörlitzer Park gefahren. Dort angekommen wurden wir klassenweise aufgeteilt. Zusammen mit einem Parkführer und unserem Lehrer haben wir den Park bei schönem Wetter erkundet. Nach der Führung und einzelnen Schülervorträgen hatten wir Freizeit, die jeder anders verbrachte. Neben vielfältigen Pflanzen aus aller Welt (s. Fotos), haben wir einige Tiere gesehen. Die Parkführer waren sehr freundlich und versuchten unseren Aufenthalt lehrreich und spannend zu gestalten. Was uns erstaunt hat, war, wie viele verschiedene Dinge man im Park entdecken kann und welche Geschichte dahinter steckt. Vor allem die Sichtachsen waren sehr interessant. Unser Guide informierte uns darüber, dass dieses Jahr am 19.und 20. August der Vulkanausbruch nachgestellt wird und wir alle recht herzlich dazu eingeladen sind. Dieser Ausflug war eine schöne Abwechslung zum normalen Schulalltag.

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Klassenstufe 9

Besuch der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin - eine aufschlussreiche Fahrt

Der Geschichtsexkursionstag führte die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9bund c nach Prettin. Dort befindet sich ein ehemaliges Konzentrationslager, welches heute als Gedenkstätte zugänglich ist. Es erinnert an die mehr als zehntausend Menschen, die hier während der nationalsozialistischen Diktatur in den Jahren 1933 bis 1945  misshandelt und systematisch entrechtet wurden. Zu den Haftgruppen zählten unter anderem  Kommunisten, Sozialdemokraten, Homosexuelle und Zeugen Jehovas. Im ehemaligen Werkstattflügel fand unser Projekttag statt. Die Spurensuche zu Beginn bot uns eine erste Möglichkeit, sich mit dem Gebäude vertraut zu machen. Der Bunker als Ort des verschärften Arrests wirkte auf viele Schüler erschreckend. In Arbeitsgruppen konnten wir zu ausgewählten Themen recherchieren und die Ergebnisse dann während einer Führung präsentieren. Mit vielen neu gewonnenen Eindrücken begaben wir uns auf den Rückweg. Wir haben nicht nur erfahren, wie ein KZ aufgebaut ist, sondern mit eigenen Augen sehen können, wie grausam das Leben der Menschen dort sein musste. Auf der Rücktour war zu spüren, dass es nicht nur ein informativer, sondern auch ein bewegender Tag gewesen war, da die Schüler noch lange über das Erlebte diskutierten.

Wir danken Frau Wittek für die Organisation des Tages - Klasse 9b

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt

Bilder in der Bildergalerie unten

Klassenstufe 10

Einmal durch die DDR

Am Mittwoch, den 06.04.2016, ging es mit dem Zug nach Leipzig. Dort verbrachten wir den Projekttag im Zeitgenössischen Forum und erkundeten die Ausstellung von den Anfängen bis zum Ende der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Vom 13. August 1961, dem Mauerbau, bis zum Mauerfall war alles dabei. Doch nicht nur das Museum stand auf dem Plan sondern auch noch ein wenig Freizeit. Dafür standen uns natürlich viele Möglichkeiten zur Verfügung.

Es war ein interessanter und auch hilfreicher Tag, der der Klasse 10a und 10b als Zusammenfassung des Geschichtsunterrichts diente.

Klassenstufe 11

Am Mittwoch, dem 6. April 2016, folgten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen den Spuren der Industrialisierung in Wittenberg, Piesteritz und Apollensdorf. Fast pünktlich trafen alle um 8 Uhr mit ihren Fahrrädern bei strahlendem Sonnenschein an der Schlosskirche ein. Nach einem informativen Vortrag von Herrn Pannicke und Frau Kerber, um uns in die Zeit des 19.Jahrhunderts hinein zu versetzen, ging es auch schon los. Unser erstes Ziel war der alte Bahnhof in Kleinwittenberg. Wir wurden gut über das historische Gebäude und die erste Schienenvernetzung von Wittenberg nach Coswig informiert. Weiter ging es über den Elbhafen zu Wikana und den alten Speicher. Über den Elberadweg passierten wir Wittol, ein ehemaliger Hersteller für Reinigungsmittel und Kerzen, und das alte Eisenwerk Joly und kamen schließlich am alten Elbhafen von Kleinwittenberg an. Wir konnten jedoch nicht lange die herrliche Aussicht genießen und folgten dem Radweg über die Elbwiesen. Dieser führte uns zum SKW und zum ehemaligen Gummiwerk in Piesteritz. Nach dieser Strecke führte uns Herr Pannicke zu einer abgelegenen Straße mit Blick auf die Elbwiesen. Dort machten wir erst einmal eine wohlverdiente Pause, um Kraft für den bevorstehenden Anstieg nach Apollensdorf-Nord zu sammeln. Doch die Pause währte leider nicht ewig und wir begannen mit dem Anstieg und trafen uns letztendlich bei einem Friedhof, der versteckt an einem entlegenen Waldweg liegt. Wir erfuhren, dass die Fremdarbeiter, die in den verschiedenen Industriezweigen arbeiteten, hier begraben wurden. Weiter ging es entlang des ehemaligen WASAG-Geländes zum alten Dorf Piesteritz. In Gesellschaft von ein paar Ziegen, die unseren Vorträgen aufmerksam lauschten, erfuhren wir etwas zur Gründung des sogenannten Universitätsdorfes Piesteritz. Über eine weitere Holperstraße erreichten wir den Friedhof von Wittenberg-West. Dort sahen wir das Mausoleum der Familie Joly und einen Obelisken, der an die Opfer des ersten Weltkriegs erinnert. Doch wir verweilten nicht lange und fuhren weiter über den Piesteritzbach zur Werkssiedlung. Da erfuhren wir, dass die Werkssiedlung für die Arbeiter des Stickstoffwerkes und ihre Familien gebaut wurde. Schließlich endete hier unsere Reise. Abschließend kann man also sagen, dass es ein schöner und lehrreicher Tag war und wir alle viel Spaß hatten.

Lisa Schulze, 11.Klasse

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Klassenstufe 12

GPT_2016_12_01Der  Projekttag an der Gedenkstätte Hohenschönhausen, im ehemaligen zur DDR gehörenden Teil der Stadt Berlin, bot am 06.04.2016 für die Schülerinnen und Schüler des LCG tiefere Einblicke in das Kapitel der einstigen Diktatur.

Der authentische Ort ist mit der 44jährigen Geschichte politischer Verfolgung in der SBZ (1945-1949) und der DDR (1949-1989) verknüpft. GPT_2016_12_03Während die sowjetische Besatzungsmacht nach dem Zweiten Weltkrieg hier das sogenannte Speziallager Nr. 3 errichtete, übernahm das Ministerium für Staatssicherheit ( MfS/Stasi) das Gebäude , erweiterte es und nutzte die Anlage von 1951 bis 1989 als zentrale Untersuchungshaftanstalt. Tausende politisch Verfolgte waren an diesem Ort inhaftiert, darunter fast alle bekannten DDR-Oppositionellen.

Verdeckt vor den Augen der Öffentlichkeit und doch mitten in einem Wohngebiet war dieser Ort eine zentrale Leitstelle kommunistischer Repression in der DDR.

GPT_2016_12_02In drei interessanten Führungen durch Zeitzeugen, die teilweise selbst an diesem Ort inhaftiert waren, wurde auf zahlreiche Schicksale an konkreten Stationen eingegangen. Während in den Anfangsjahren noch körperliche Züchtigung als Strafe diente, war es in den 70er Jahren vor allem der psychische Druck, an dem Menschen, die ihr Recht auf Freiheit verwirklichen wollten oder ungewollt ins Fadenkreuz der Stasi gelangten, zerbrechen konnten. Die Ausstellung „Inhaftiert in Hohenschönhausen Zeugnisse politischer Verfolgung“ bot im Anschluss an die Führung die Möglichkeit, Einzelschicksale zu vertiefen. Mit Sicherheit werden diese Eindrücke nachwirken und zu Diskussionen anregen. Für einige von uns eröffnete dieser Tag eine neue Perspektive auf die Zeitgeschichte.


"Grenzerfahrungen" - gesammelt während des deutsch-deutschen Schülerseminars in Mödlareuth

Die wenigen Tage dieser Geschichtsexkursion rund um das Thema DDR/Grenze/Ost- und Westdeutschland vergingen wie im Fluge. Durch die Zeit, in der Deutschland in Ost und West geteilt war, wurden viele gute wie schlechte Eindrücke in den Köpfen von uns Nachfahren der DDR-Bürger hervorgerufen, die wir in der heutigen Zeit uns kaum vorstellen können.  Die Diktatur, die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland und die einzelnen Schicksale, wie Fluchten in den Westen, sind nur ein paar wenige wichtige Themen dieser Zeitspanne. All dies durften wir, die Schülergruppen des Lucas-Cranach-Gymnasiums und des Matthias-Grünewald-Gymnasiums hautnah erleben. Die Schüler der beiden Schulen verstanden sich nach dem Ablegen der ersten Schüchternheit immer besser und es entstanden langsam schon die ersten Freundschaften.

Unser Hotel war zweckmäßig, aber völlig ausreichend; dieser Standard war dem Essen meist ebenfalls vergönnt, bloß das Abendessen traf nicht immer die Geschmäcker jedes einzelnen Schülers. Unser Programm war immer gut gefüllt sowie straff organisiert, so verging die Zeit im Eiltempo.

Am Montag kamen wir zuerst mit dem Zug in Hof an und reisten von dort mit dem Bus des Würzburger Gymnasiums zu unserer Übernachtungsgelegenheit in Rudolphstein. Noch am selben Tag fuhren wir nach Mödlareuth, einem von zwanzig Dörfern und Städten, die durch die innerdeutsche Grenze zweigeteilt worden waren. Dort besichtigten wir das allgemeingültige Schema der Grenzanlagen in der DDR und wir bekamen einen Überblick über die Entstehung und Entwicklung dieses Grenzabschnittes. Durch die gemeinsamen Aktionen am darauffolgenden Tag, wie die Präsentationen an den verschiedenen Fluchtversuchsorten der jeweiligen Personen oder dem Besuch im Museum für die Stadtgeschichte von Hirschberg, fühlten wir uns der Vergangenheit noch näher. Besonders eindrucksvoll war ein Zeitzeuge, der über sein Leben vor und nach der Flucht in den Westen erzählte. Vorher sprach Uwe Hillmer von dem Forschungsverbund SED-Staat der FU Berlin über die versteckten und immens hohen Kosten des DDR-Staates und somit auch über die Wirtschafts- und Politikprobleme der deutsch demokratischen Republik. Zuvor besuchten wir die ehemalige Lederfabrik in Hirschberg und das heutige Museum für Gerberei und Stadtgeschichte. Dort konnten wir zuerst eine kurze Sequenz eines Interviews an dem Grenzzaun von Hirschberg beobachten, in dem das erste Mal auch die Bewohner des Dorfes ihre Meinung kundtun konnten. Darüber hinaus wurden auch NVA- Grenzsoldaten zu deren Leben an der Grenze befragt. Dieses Interview wurde von einem westdeutschen Fernsehteam geführt und fing die unsichere Stimmung der dort lebenden Bevölkerung ein.In einem weiteren Film trat als  Zeitzeuge der Bürgermeister von Hirschberg auf.  Bevor wir die Heimreise antraten, wurde uns noch der Film „Es gibt kein Niemandsland“ präsentiert und wir trugen gemeinsam mit unseren Lehrern zusammen, wie wir die erlebten Impressionen empfanden.

Nach diesen drei spannenden und geschichtsreichen Tagen nehmen wir vieles von der Geschichte und der Entwicklung des DDR-Staates,in dem die meisten unserer Eltern aufgewachsen sind, mit. Erstaunt hat uns insbesondere, wie viel Geld der Staat DDR für seine Grenzanlagen ausgab und wie er die Menschen mit der Mangelwirtschaft allein ließ.


Die schwierige Einheit

Schüler des Lucas-Cranach-Gymnasiums nahmen am Helmstedter Symposium für Zeitgeschichte teil

Helmstaedt2015

"Zeitgeschichte - ist Geschichte die noch qualmt" hatte die Historikerin Barbara Tuchman einmal angemerkt. Dies war auf den 21. Helmstedter Universitätstagen am vergangenen Wochenende allerorts zu spüren und zu hören gewesen. Der wissenschaftliche Leiter, Prof. Dr. Martin Sabrow (Potsdam/Berlin), hatte erneut eine exzellente Auswahl an Referenten zu diesem Thema vereint und nach Helmstedt geladen (www.universitaetstage.de). Unter der obigen Themenstellung wurden unterschiedlichste Facetten des Vereinigungsprozesses aufgegriffen und erörtert. Die Palette reichte von "Vereinigung oder Anschluss?", "Wendekinder - eine Generation Deutsche Einheit?" über die Debatte zum Unrechtsstaat DDR bis hin zu einer Diskussionsrunde "Vereint - aber nicht vereinigt?" an der Bürgerrechtler, Zeithistoriker und der letzte DDR-Ministerpräsident Dr. Lothar de Maizière teilnahmen.

Zeitgleich zu dieser fachwissenschaftlichen Tagung der Historiker findet seit einem Jahrzehnt ein Schülerseminar statt, dass sich in gelebter Art und Weise Fragen des Vereinigungsprozesses stellt. Das Besondere daran ist, dass an mehreren Tagen hier Schülerinnen und Schüler aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam zeithistorische Aspekte untersuchen und mit Historikern bzw. Zeitzeugen erörtern. Dieses, von der Stadt Helmstedt und dem Verein Grenzenlos e.V., initiierte Projekt hat über die Ländergrenzen hinaus bereits Würdigung erfahren. Im vergangenen Jahr gestalteten die Teilnehmer des Schülerseminars den kulturellen Hauptbeitrag im Ra

hmen des Staatsaktes der beiden Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt am 9. November im Juleum, der ehemaligen Universität Helmstedts.

Seit nun bereits acht Jahren bestehen seitens des Lucas-Cranach-Gymnasiums die Kontakte nach Helmstedt. Die Helmstedter Universitätstage sind zu einem festen Bestandteil als Angebot für Schülerinnen und Schüler zur Vertiefung zeithistorischer Fragestellungen geworden.

Den Auftakt gab es in diesem Jahr am Donnerstagabend mit einer Filmvorführung zum Fall des DDR-Fußballers Lutz Eigendorf, der unter mysteriösen Umständen nach seiner Flucht in die BRD ums Leben kam. Unmittelbar im Anschluss gab es eine bewegte Diskussion mit dem Regisseur, ehemaligen Mitspielern, dem Trainer und den anwesenden Schülern und Zuschauern.

Der Freitag stand hingegen ganz im Zeichen der Wirkungen der innerdeutschen Grenze auf die Bewohner der beiden deutschen Staaten. An den historischen Orten der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn sowie dem Grenzdenkmal Hötensleben konnten die Stätten und Spuren der deutsch-deutschen Teilung augenscheinlich wahrgenommen werden. Ein Rundgang im Zonengrenzmuseum vertiefte die Aspekte der Trennung und führte die Folgen für die Bewohner des grenznahen Raumes vor Augen.

Ausgestattet mit diesen Eindrücken gab es im Anschluss eine intensiv geführte Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Lothar Probst (Bremen) zum Themenbereich Generation "Wendekinder". Zwar gehörten die Schülerinnen und Schüler nicht in diese Alterskohorte (1975-1985), die eine doppelte Sozialisation erfahren hatten. Auf ihre Eltern hingegen dürfte diese Kennzeichnung ausnahmslos zutreffen. So ergaben sich aus der Gesprächsrunde viele Impulse und Fragen, die erst nach der Rückkehr im familiären Kreis durchaus zum Thema werden könnten. Darauf konnte nach ersten Aussagen der Schülerinnen und Schüler geschlossen werden.

Die Gegebenheiten der ehemaligen Grenzstadt Helmstedt, an der Nahtstelle zwischen Ost und West, wurden in einem Stadtrundgang gemeinsam erkundet.

Der Samstag bestand dann in einem "Schnupperkurs" universitärer Bildung. Die Schülerinnen und Schüler besuchten gemeinsam mehrere Vorträge und erlebten sehr lebhaft geführte Diskussionen mit konträren Standpunkten im Juleum. Dabei standen die materiellen Kosten und sozialen Folgen des Vereinigungsprozesses (PD Dr. Winfried Süß), die Illusion eines zweiten Wirtschaftswunders nach 1990 (Prof. Dr. Werner Abelshauser) im Zentrum, ehe abschließend "ihr" Professor zur Generation "Wendekinder" referierte.

Beladen mit vielen neuen Eindrücken und Kontakten wurde dann die Heimreise angetreten. Die gewonnenen Erkenntnisse und Fragen zur Zeitgeschichte werden nicht nur im Unterricht Gegenstand sein. Der Prozess der deutschen Einheit ist noch lange nicht abgeschlossen und wird auch noch künftige Generationen begleiten. Um eine Zwischenbilanz nach 25 Jahren zu ziehen, boten die Helmstedter Universtätstage erneut allen Anwesenden eine fundierte Plattform.

Kurt Fuchs (Lucas-Cranach-Gymnasium)

Breitscheidstr. 37

06886 Lutherstadt Wittenberg
k.fuchs@lucas-cranach-gymnasium.de
03491/407200

  • Bild (Fuchs privat): Teilnehmer des LCG vor dem Juleum in Helmstedt

Universitätstage in Helmstedt

Vom 24.09. bis 26.09.2015 beteiligten wir, drei Schüler der 10. Klasse und sechs Schülerinnen der 11. Klasse, uns am Schülerseminar in Helmstedt im Rahmen der Universitätstage. Untergebracht und versorgt wurden wir während unseres Aufenthalts im Kloster Ludgerus.

Das anstrengende Programm begann nach der Ankunft mit der Möglichkeit, sich mit den Schülergruppen der zwei Helmstedter Gymnasien (Niedersachsen) und des Haldensleber Gymnasiums (Sachsen- Anhalt) auszutauschen. Am Abend besuchten wir dann gemeinsam den Dokumentarfilm „Tod dem Verräter“ über den Fußballer Lutz Eigendorf, der nach seiner Flucht in den Westen auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Es folgte eine hitzige Diskussionsrunde zwischen dem ehemaligen Trainer, Torwart und Mannschaftsarzt von Eigendorf, sowie dem Autor des Filmes, Heribert Schwan und dem Publikum.

Am nächsten Morgen besuchten wir das Grenzmuseum in Helmstedt mit anschließender „Grenzenlos- Tour“ an der ehemaligen innerdeutschen Grenze entlang und besichtigten den „Checkpoint Marienborn“. Vor Ort konnten wir sehen, wie von 1975 bis 1989 die aufwendige Ein- und Ausreise der BRD- Bürger in die DDR verlief. Am Nachmittag trafen sich alle vier Schülergruppen zur Gesprächsrunde mit Prof. Probst. Dabei wurde über die Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands diskutiert, aber auch über die aktuellen politischen Probleme, z.B. die Flüchtlingspolitik.

Um die Stadt kennenzulernen, wurden wir am frühen Abend durch die Helmstedter Altstadt und auf den Universitätsturm geführt. Den Tag ließen alle Schüler zusammen im „Pferdestall“, ein von Schülern ins Leben gerufenes Jugendcafé, ausklingen. Bevor wir am Samstag abreisten, nahmen wir noch an zwei Vorlesungen der Helmstedter Universitätstage zum Thema „Schwierige Einheit“ teil.

Die drei Tage bilanzierend können wir sagen, dass der Film „Tod dem Verräter“ einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat, weil eine endgültige Klärung des Falles offen bleibt und er wohl nie gelöst wird. Die Vorlesungen am Abreisetag waren für uns Schüler kaum zu verstehen, da wir nicht das entsprechende Hintergrundwissen, insbesondere im Bereich der Wirtschaftsgeschichte, besitzen. Dagegen war die Diskussionsrunde mit Prof. Probst sehr aufschlussreich und wurde von allen Schülern sehr gut aufgenommen und verfolgt.

Luisa Rudloff, Franziska Scheffel, Heidi Kammacher, Tia Kölling, Anne-Christin Sarnow0


Projekttag Geschichte - Klassen 5

Am 15. April 2015 führten die fünften Klassen ein Geschichtsprojekt zum Thema „Unser Schulumfeld – die Piesteritzer Werkssiedlung“ durch. Als Erstes trafen wir uns um 7.30 Uhr zum gemeinsamen Frühstück. Im Anschluss führten uns Herr Mörbt und Herr Sommer durch die Werkssiedlung. Dann sind wir selber auf Spurensuche gegangen und haben einen Aufgabenzettel ausgefüllt. Wieder in der Schule malten wir eines der Häuser. Ein lehrreicher Tag!

Joranka Gronert, Klasse 5a

Die mittelalterliche Stadt Wittenberg - Klasse 6

Am 15.04.2015 war es wieder soweit. Passend zum Geschichtsunterricht führten wir unseren Projekttag zu dem Thema „Die mittelalterliche Stadt Wittenberg“ durch.

In der Altstadt von Wittenberg waren wir z.B. auf Spurensuche nach Resten der mittelalterlichen Stadtmauer, stellten zeichnerisch typische Bürgerhausgiebel dar und besuchten das Stadtmuseum. Dort erhielten wir eine Führung und lösten mit Hilfe des Stadtmodells verschiedene Aufgaben.

Dieser Tag war sehr interessant. Wir freuen uns schon jetzt auf den Projekttag im nächsten Jahr.

Jan-Niklas Seifert, Klasse 6d

Lichtenburg Prettin - Die wahre Seite des Nationalsozialismus - Klasse 9

Am 14. April 2015 waren die Klassen 9a und 9b, am 15. April 2015 die Klassen 9c und 10b in der Gedenkstätte Lichtenburg Prettin. Direkt nach der Ankunft wurden wir von Frau  Wittek  und  Frau Jannsen  herzlich  empfangen.  Nach  einem  kurzen PrettinEinführungsgespräch,  in  welchem  wir  unsere  Vorkenntnisse  und  Erwartungen  an diesen Tag präsentierten, hatten wir Zeit, um uns einen Eindruck über die Gedenkstätte zu  verschaffen.  Interessiert  erkundeten  wir  den  Bunker,  in  dem  viele  Gefangene psychisch in den Abgrund getrieben und schikaniert wurden. Zudem war es nicht nur ein seltsames Gefühl, über ein Gelände zu laufen, auf welchem Tausende gequält und verprügelt wurden, sondern auch eine interessante Erfahrung, die einem zeigte, dass „Konzentrationslager“ nicht nur Vergasung bzw. Verbrennung bedeuten. Darauf folgte dann  die  Erarbeitung  von  Themen  in  einzelnen  Gruppen,  wobei  sich  dann  eine ausführliche Führung beispielsweise durch die Schlafräume anschloss.  Gefördert wurde dieses Projekt von der Landeszentrale für politische Bildung LSA. Wir möchten  uns  bei  Frau  B. Wittek  und  der  Gedenkstätte  Lichtenburg  in  Prettin, einschließlich ihrer Mitarbeiter, recht herzlich für diesen Tag bedanken.

Tom Gaertner

Auf den Spuren der Friedlichen Revolution 1989 durch Leipzig - Klasse 10

Am Dienstag, dem 14. April 2015, unternahmen wir eine Exkursion nach Leipzig. Dort wurden wir gleich von  einem Stadtführer empfangen, der uns an die Schauplätze der Friedlichen Revolution von 1989 führte. An der Nikolaikirche begann unsere abwechslungsreiche und anschaulich gestaltete Führung durch die Leipziger Innenstadt. Beeindruckt waren wir von den weißen Kacheln auf demLeipzig Kirchplatz, der Säule vor der Kirche und der in den Boden eingelassenen Platte mit Fußabdrücken von Groß und Klein, die an die Ereignisse des Revolutionsjahres erinnern. Wir sahen die wieder aufgebaute Paulinenkirche und die nachgebildeten Spuren von Panzerketten, die auf geschehenes Unrecht in der ehemaligen DDR verweisen.

Nach dem Stadtrundgang begann der interessanteste Teil des Tages. Wir besichtigen die „Runde Ecke“, die ehemalige Bezirksverwaltung für Staatssicherheit. Heute dient dieses Gebäude als Museum, in dem über die Machenschaften der Staatssicherheit, z.B. Postkontrolle, Wanzen, vertuschte Morde oder Aktenvernichtung, berichtet wird.

Klasse 10c

Tagesexkursion zur Industrialisierung Wittenbergs - Klasse 11

Am Dienstag, 14.04.2015, unternahmen die Schüler und Schülerinnen der Klassenstufe 11 des Lucas Cranach Gymnasiums eine Fahrradtour mit dem Thema: „Die Industrialisierung Wittenbergs und ihre Spuren heute“. Mithilfe zuhause angefertigter Kurzvorträge über verschiedene Standorte wurden die Mitschüler entlang eines 22 km Rundkurses über Stationen und Phasen der regionalen Wirtschaftsentwicklung, ihre Ursachen und Folgen für die Stadt Wittenberg informiert. Den Auftakt gab es um 8:00 Uhr an der Schlosskirche, wo allgemeine Standortfaktoren, wie Elbefurt, Befestigung und Handelsstraßenkreuzung den Auf- und Ausbau einer slawischen Siedlungsstätte mit Hilfe flämischer Einwanderer bis hin zu einer sächsischen Residenzstadt mit Kurwürde herausgestellt wurden. Das Stadtrecht (1293) und Marktrecht (1354) waren bis zur Reformation weitere Schritte für die Gewerbeentwicklung der Ackerbürgerstadt Wittenberg. Mit dem Ausbau Wittenbergs zu einer Festungsstadt (16. Jhd.) stockte die Entwicklung der Wirtschaft Wittenbergs bis zur Entfestigung (1873). Die nachholende Industrialisierung ging mit dem Ausbau der Eisenbahn und des Elbhafens einher. Der alte Bahnhof von Wittenberg (1841), einer der ältesten erhaltenen Bahnhöfe in Deutschland überhaupt und an einer der ersten Fernstrecken (Berlin-Wittenberg-Köthen) gelegen, sowie der Elbhafen (1875-1879) mit Hafenbahn (1888) gaben entscheidende Impulse für eine Lückenbebauung zwischen Innenstadt und Kleinwittenberg. Thompson’s Seifenpulverfabrik (1890); das Eisenwerk Joly (Treppenbauspezialist; 1889) , heute u.a. OBI, und schließlich die Kant Chokoladenfabrik (1906), heute WIKANA, belegen dies. Weiter den Elberadweg fahrend durch den nach 1813 gegründeten Fischer- und Schifferort Kleinwittenberg am Klärwerk vorbei ging es bis zur den Stickstoffwerken Piesteritz (SKW), die aktuell ihr 100jähriges Jubiläum begehen. Zu den Firmen der neuen Leitindustrie Chemie gehörte zudem ein Farbenwerk und das Gummiwerk (1900). Am Standort Apollensdorf wurde die Verknüpfung des Dorfes mit der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus verdeutlicht. Neben einem Strafgefangenenlager gab es zudem einen umfänglichen Komplex für Fremdarbeiter. Von dort aus fuhren die Schüler weiter nach Apollensdorf-Nord, einem im Zuge mit der WASAG (1894), entstandener Industriesiedlung. Dort wurde die Begräbnisstätte für die Opfer der Zwangsarbeit aufgesucht. Zudem wurden die ehemaligen Verwaltungsgebäude, später Krankenhaus und heute Liegenschaft von „Neudeutschland“ in Augenschein genommen. Die Hinterlassenschaften des größten deutschen Sprengmittelherstellers WASAG, der nach 1918 zum IG Farben-Konzern gehörte, erhielten 1935 durch ein schweres Explosionsunglück traurige Berühmtheit. Über Reinsdorf und Dobien ging es in das Zentrum des alten Dorfes Piesteritz, das als Reihen und Straßendorf zwischen Bahnlinie und Schmetterlingspark heute noch deutlich dörfliche Strukturen erkennen lässt. An den Standort des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers des I. Weltkrieges in Kleinwittenberg erinnert heute noch ein Obelisk auf dem Friedhof. Schlussendlich endete die Radtour gegen 13:30 Uhr an der Katholischen Kirche in der Werkssiedlung Piesteritz, die im Zuge des Stickstoffwerkes ab 1917 bis in die 1920er Jahre errichtet wurde. Am Ende der Tour war zwar bei einigen Teilnehmern sprichwörtlich „die Luft raus“. Tatsächlich geschah dies auf der ansonsten unfallfreien Fahrt bei bestem Radelwetter nur in einem einzigen Fall.

K. Fuchs

Gefangen in Hohenschönhausen - Klasse 12

Der Titel der Dauerausstellung in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit, im Volksmund Stasi genannt, ist gleichzeitig auch Thema für den bereits zur Tradition gewordenen Geschichtsexkursionstag der Schüler aus Klasse 12.
Inmitten idyllischer Einfamilienhäuser thront der heute noch bei ehemaligen Häftlingen Furcht  erregende Kolloss. Wir fragten uns, was hinter den fast normal wirkenden Mauern der Gebäudekomplexe in den Jahren von 1951 bis 1989 passiert ist und trafen auf zwei Zeitzeugen, die in beeindruckender Art ihre Geschichte während eines zweistündigen Rundganges erzählten. Jorge Garcia Vazquez, gebürtiger Kubaner, kam 1980 nach Deutschland, um als Übersetzer zu arbeiten. 1987 geriet er ins Visier der Stasi.
Ebenso interessant die Biografie von Wolfgang Warnke. Der in West-Berlin lebende Einzelhandelskaufmann wurde bei einer Fluchthilfeaktion an der bulgarischen Grenze geschnappt und als Teil einer „kriminellen Menschenhändlerbande“ von der Stasi ins Zentralgefängnis nach Sofia übergeben. Später erfuhr er, dass er bereits seit längerem in Westberlin von IMs (Informellen Mitarbeitern) überwacht wurde.
In der Ausstellung erfahren wir von weiteren Schicksalen.
Die Führungen waren sehr informativ und vor allem realitätsnah, da die Zeitzeugen aus ihrer Sicht berichteten und das Erzählte auch tatsächlich erlebt haben. Für viele war es sehr interessant, einen authentischen Bericht über das zum Teil rigorose Vorgehen der Stasi zu bekommen. Die sehr unterschiedlichen Biografien verdeutlichen, dass die Stasi weltweit agierte und dass auch Bundesbürger oder Menschen aus dem Ausland nicht vor ihren Machenschaften sicher waren.
Bei der anschließenden Projektarbeit wurden noch einmal einige Aspekte der DDR-Geschichte beleuchtet, was jedoch insgesamt eher einer Wiederholung der Unterrichtsinhalte entsprach und deshalb nicht unbedingt nötig gewesen wäre.
Trotz einiger Kritikpunkte kann der Tag durchaus als informative und empathische Bereicherung betrachtet werden