"Macht unsere Schule zur Schule ohne Rassismus, zur Schule mit Courage!"
Das wurde bereits während der bewegenden Feierstunde in der Aula der Schule deutlich. Mädchen und Jungen der Schul-Theatergruppe zeigten in mehreren Szenen, was Ausgrenzung bedeutet und wie Opfer darunter leiden.
Schulsprecherin Judith Fuhrmann, deren Klasse 10c das ambitionierte Projekt vorbereitete und organisierte, sagte bei dem Festprogramm, dass sich die Schüler ihrer Verantwortung bewusst sind. Mit dem afrikanischen Musiker Abdoul Razack trommelten die Schüler für mehr Toleranz. Zuvor hatte die 10c hunderte Unterschriften gesammelt, Beiträge in der Schülerzeitung veröffentlicht und prominente Paten gesucht; mit Erfolg: als Paten konnten die Pop-Gruppe „Rosenstolz“, der frühere Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer, der Radiosprecher Holger Tapper sowie der mdr-Fernsehmoderator Peter Escher gewonnen werden.
Der mdr-Publikumsliebling sagte in Wittenberg, dass ihm vor der Zukunft bei solchen Schülern nicht bange ist. Es sei grandios, welchen Elan junge Menschen an den Tag legen können.
Das Lucas-Cranach-Gymnasium blickt auf 60 Jahre gymnasiale Schulgeschichte zurück, in der humanistische Erziehung immer im Vordergrund stand. In diesem Sinne würdigte auch der Wittenberger Landrat Jürgen Dannenberg das Engagement unserer Bildungsstätte. Es ist immerhin das erste Gymnasium im Landkreis Wittenberg, das den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ verliehen bekommen hat. Eine neue Tafel am Schulgebäude weist darauf hin. Auch der Bürgermeister der Lutherstadt, Torsten Zugehör, zeigte sich von der Strahlkraft unseres Vorhabens begeistert und sicherte Unterstützung zu. „Ihr seid nicht allein. Ihr habt jede Menge Freunde“, sagte der Bürgermeister.
Umrahmt wurde die stimmungsvolle Feier mit Auftritten des Chors und der Band Heading High sowie von Instrumentalisten.
Versuch`s doch mal auf Polnisch! Versuch`s doch mal mit Deutsch!
Auch wenn die Anmeldungen zunächst recht zögerlich kamen (hier stehen vor allem Stereotype und Unsicherheiten, sich in ein fremdes Land, dessen Sprache man nicht versteht, zu begeben im Vordergrund), bereut hat es kein einziger der Jugendlichen.
„Euta meuta“ oder „Euter meuter“ waren Svenjas und Kaschas Schlagworte, wenn`s mal nicht so richtig klappen wollte mit der Verständigung. Für die künftige Gruppe bereits die erste wichtige Vokabel.
Auf beiden Seiten (Paslêk – Polen und in Wittenberg) hat eine Vielzahl von Aktivitäten dazu beigetragen, dass sich die Jugendlichen vertrauter wurden.
Stadtbesichtigungen in Gdansk und Dresden, eine Führung auf der Marienburg sowie die nächtliche Stadtführung in Begleitung der Wittenberger Stadtwache und einer hübschen jungen Dame, die des Englischen mächtig war, bedienten den geschichtsträchtigen Bereich des Projektes.
Lagerfeuerromantik an einem idyllischen Ort in Paslêk, Grillen im Lambert-Stadion und zahlreiche selbstorganisierte Partys förderten die Kommunikation.
Eine vierstündige Paddeltour auf der Elbe bei strahlendem Sonnenschein brachte jedoch manch einen an die physischen Grenzen, stärkte aber das Gemeinschaftsgefühl und war gleichzeitig Ansporn.
In den gemeinsamen Workshops klappte es mit der Verständigung dann schon prima. So diskutierte man über die eigene Zukunft in der europäischen Gemeinschaft, stellte in einer Ausstellung „typisch deutsch“ und „typisch polnisch“ Besonderheiten vor und fand nicht zuletzt eine Reihe von Persönlichkeiten bis hin zum eigenen Familienstammbaum mit einer deutsch- polnischen Geschichte.
Das Feedback der Schüler war nahezu durchgängig positiv. Von neuen kulturellen Erfahrungen profitiert Vincent, Maxi findet, dass sich das Verhältnis zueinander deutlich verbessert habe, Rhonda meint, dass auch zwei Stunden Paddeln genügen würden, hatte aber trotzdem viel Spaß. Als etwas umständlich empfanden andere die Transporte zu den Veranstaltungen, die in Eigenregie der Familien zu lösen waren. Insgesamt kann die Begegnung als gelungen eingeschätzt werden.
Den nächsten Austausch mit der Partnerschule soll es 2013 geben. Hier sind natürlich wieder Schüler der Klassenstufe 9 – 10 gefragt. Erkundigt euch bei den Teilnehmern 2011, was ihnen gefallen hat und was man anders machen könnte. Die Eltern können gern bei den beiden Organisatorinnen Frau Sygnecka und Frau Mittag Auskünfte einholen.
Wir freuen uns auf eine neue Begegnung.
Heidrun Mittag
Wichtige Ergebnisse der 2. Gesamtkonferenz im Schuljahr 2010/11
- Das Leitbild und das Schulprofil - nachzulesen auf dieser Homepage unter dem entsprechenden Stichwort – wurden durch die Gesamtkonferenz einstimmig in Kraft gesetzt. Leitbild und Schulprofil sollen den Lehrern, den Eltern und unseren Schülerinnen und Schülern den Rahmen für ihre tägliche Arbeit geben und die Erscheinung unserer Schule nach innen und außen prägen.
- Das Schülerbetriebspraktikum wird zukünftig nicht mehr in der Klassenstufe 9 sondern in der Klassenstufe 10 durchgeführt. Auch dieser Beschluss wurde mit großer Mehrheit gefasst. Für die Klassenstufe 8 im Schuljahr 2010/11 bedeutet dies, dass sie ihr Betriebspraktikum erst im Schuljahr 2012/13, wenn sie dann 10 Klasse sind, durchführen.
- Die Einführung eines durchgängigen Blockunterrichtes am LCG wurde mehrheitlich abgelehnt.
Dem Vorschlag, den Fachschaften zu überlassen, in welchen Klassenstufen und Fächern Doppelstunden eingeführt werden, wurde der Vorzug gegeben. Für die Planung des kommenden Schuljahres bedeutet dies, dass im Stundenplan eine Vielzahl von Doppelstunden erscheinen wird. Um eine auskömmliche Zeit für die Mittagspause zu erreichen, ist es notwendig, die Pausen nach der 1. Stunde und nach der 3. Stunde individuell anzupassen. Das neue Zeitregime wird durch die Schulleitung ständig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Eine interne Evaluation unter Beteiligung der Eltern- und Schülervertretung erfolgt Ende Januar 2012.























