Sozialkunde
(Stand: 25.01.2011)


„Das Fach Sozialkunde am Gymnasium ist Teil des gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichts und steht in enger Beziehung zu den anderen gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichtsfächern. Es nutzt Erkenntnisse und Verfahren unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Disziplinen für politisches, soziales, rechtliches und wirtschaftliches Lernen. Dabei greift Sozialkunde Ergebnisse des Unterrichts anderer gesellschaftswissenschaftlicher Fächer auf und gibt selbst Impulse für die Arbeit in jenen Fächern.“ (RRL „Sozialkunde Gymnasium“ Magdeburg 2003, S. 8)


Fakten zur „Sozialkunde“ am LUCAS-CRANACH-GYMNASIUM

  • Sozialkunde ist in der 8. und 9. Klasse Unterrichtsfach für alle Schüler.
  • Von der 10. bis zur 12. Klasse kann es als Wahlpflichtkurs belegt werden.
  • In Sozialkunde kann eine mündliche Abiturprüfung absolviert werden.
  • Sozialkunde gehört zum Fachbereich „Gesellschaftswissenschaften“, den Herr Hanke leitet.
  • Fachlehrer für Sozialkundekunde sind Herr Hanke und Herr Fuchs.
  • Gegenwärtig gibt es am Lucas-Cranach-Gymnasium „Sozialkundekurse“ durchgängig in den Klassenstufen 10 bis 12.
  • Die Inhalte des Unterrichts orientieren sich an den Interessen der Kursteilnehmer.
  • Sozialkunde bietet eine Palette aus verschiedensten Bereichen der Gesellschaft, sei es Medien, Familie, Wirtschaft, Recht oder Politik.
  • Im Unterricht verwendet werden „Politik erleben“ (Schöningh-Verlag) in der Sekundarstufe I und „Duden Politik“ (Paetec-Verlag) in der Sekundarstufe II.
  • Als Schülerwettbewerbe in Sozialkundekunde werden u. a. der „Wettbewerb zur politischen Bildung“ oder die Teilnahme am Planspiel „Börse“ angeboten.
  • Sozialkunde beteiligt sich darüber hinaus immer wieder an ausgewählten Projekten, wie „Juniorwahl“, „POLIS“, „Take a challenge“ oder „MZ- Klasse“.
  • Im Unterricht kommen wiederholt Experten aus Politik und Wirtschaft zu Wort.
  • Exkursionen und Besuche von Institutionen und Unternehmen werden in den Sozialkundeunterricht eingebettet.
  • Die Fachlehrer Sozialkunde begleiten die Arbeit der Schülervertretung der Schule sowie der Schulfraktion des „Jugend- und Schülerparlaments der Stadt Wittenberg“.
  • Sozialkunde greift aktuelle Themen und Inhalte im Unterricht auf.

Sollten mehr Informationen zur „Sozialkunde“ benötigt werden, scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen. Am „Tag der offenen Türen“ sind wir im Haus I gleich im Eingangsbereich links im Raum 102 zu finden.

Herr Hanke / Herr Fuchs


Termine, Themen, Tipps für das Schuljahr 2010/11:
(Ergänzungen und Änderungen vorbehalten: Stand: 25.01.2011)


DatumThemaTeilnehmerOrtVerantwortlich
Herbst 2010 bis
Sept. 2011
FAZ-ABO „Take a challenge“ gilt

Nur Kl. 12

LCG

Herr Fuchs (Koord.)

Herbst 2011 bis
Sept. 2012
FAZ-ABO „Take a challenge“ gilt
Nur Kl. 11

LCG

Herr Fuchs (Koord.)
Neubewerbung bis
04.02.2011
     
September 2010 bis
Juni 2011
Jugend- und Schüler-
parlament
der Stadt Wittenberg
Kl. 10 bis 12
5 Vertreter der Schule
(ca. 6 Sitzungen)
Altes
Rathaus
Herr Fuchs
(Betreuung)
10.03.2011 bis
18.03.2011
Juniorwahl zu den Wahlen
zum LT
Schüler Kl. 8 bis 12
LCG
K. Fuchs
Herr Hanke
Termin noch offenBesuch LandtagSK 9 MagdeburgHerr Hanke

Informationen und kostengünstige Literatur unter:


kostenfreier Einblick in bestehende aktuelle Gesetze unter:


bestehende Rahmenpläne zu den Fachgebieten unter:

(dann bei Suche Rahmenrichtlinien Gymnasium eingeben)


Kommentar: Juniorwahl 2011 am LCG 14.03. bis 17.03.2011

Die Qual der Wahl.

Von K. Fuchs


Seit Wochen nimmt die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt immer umfassendere Konturen an. Eine Prognose folgt der nächsten. Wahlwerbung, Wahlauftritte und Wahlempfehlungen und Wahlversprechen wurden in dieser Zeit immer stärker forciert. Sehr oft wurde dabei ebenso einhellig quer durch alle Parteien und Bewerber der Slogan: „Der Jugend gehört unsere Zukunft“ bemüht. Immerhin werden die in dieser Wahl gewählten Kandidaten mit dem Auftrag ausgestattet, die Entwicklung des Landes Sachsen-Anhalt in den nächsten fünf Jahren zu gestalten. Dies allein sind schon Gründe genug, bei den Jugendlichen direkt nachzufragen, wem sie denn ihre Zustimmung geben würden.

Im Rahmen des Sozialkundeunterrichtes am Lucas-Cranach-Gymnasium erhielten Schüler der 8. – 12. Klasse in diesen Wochen die Möglichkeit, sie bewegende Fragen rund um die Landtagswahl zu klären. Eine Betrachtung der Wahlwerbung brachte dann die Qual der Wahl zu Tage. Viele Ähnlichkeiten, Schuldzuweisungen, platte Aussagen und kaum Lösungsansätze für anstehende Probleme auf den Wahlplakaten erschweren zunehmend eine Entscheidungsfindung. Mit dem Angebot der Beteiligung an der „Juniorwahl 2011“ haben die Schülerinnen und Schüler in der kommenden Woche von Montag bis Donnerstag (14.03. bis 17.03.) die Chance in einem Testlauf per Internet mit ihren Stimmen sich für einen Direktkandidaten und eine Partei im Vorfeld der realen Wahl im Wahlkreis 24 zu entscheiden.

Die „Juniorwahl“, getragen vom Verein Kumulus e.V. in Berlin und unterstützt durch die Landeszentrale für politische Bildung sowie das Kultusministerium, hat am Lucas-Cranach-Gymnasium eine lange Tradition. Bereits seit Anbeginn beteiligt sich die Schule an diesem Projekt. Landesweit werden sich über fünfzig Schulen daran beteiligen.

Gegenüber den vergangenen Jahren gibt es in diesem Jahr eine Reihe von Veränderungen. So wurden auf Anregung der Schulfraktion des Cranach-Gymnasiums im Jugend-und Schülerparlamentes der Stadt Wittenberg die Klassensprecher in die Vorbereitungen der Juniorwahl mit eingebunden. Dies betraf die Erstellung der Wählerverzeichnisse, als auch die Zustellung der Wahlbenachrichtigungskarten.

Erstmals gab es zudem eine schulinterne „Sonntagsfrage“, über die eine Wahlprognose für die Juniorwahl an der Schule ermittelt wurde. Nach Auswertung der 132 abgegebenen Voten würde der kommende Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt erneut aus der Lutherstadt Wittenberg kommen. 30% der Befragten haben sich in der Prognose für die CDU entschieden. Die SPD würde zweitstärkste Kraft im Lande werden, mit 19%. Neben diesen beiden Volksparteien würden laut Schulumfrage die Piratenpartei, Bündnis 90/Grüne, die Linken; die NPD, die FDP sowie die Tierschutzpartei die 5%-Hürde meistern.

Inwieweit sich diese Vorhersage mit den realen Ergebnissen der Juniorwahl vom 14.03. bis 17.03.2011 decken wird, zeigt sich erst nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse am Tag der Landtagswahl nach 18:00 Uhr. Dann werden die Wahlergebnisse der beteiligten Schulen im Land Sachsen-Anhalt veröffentlicht.

Ein Novum in diesem Jahr ist die Zusammenarbeit verschiedener Fachschaften. Die statistische Aufbereitung und Auswertung der Daten erfolgt im Rahmen des Mathematikunterrichtes der Klasse 10. Im Vorfeld der Wahlen wurden in Kooperation mit dem Fach Kunst in der Klasse 8c Wahlwerbeplakate entworfen, die im Schulgebäude verteilt auf die Juniorwahl aufmerksam machen. Die Koordination der Aktivitäten obliegt dem Fachbereich Sozialkunde, der bereits seit mehreren Wochen über wechselnde Aushänge parallel zum Unterricht über die Juniorwahl und Landtagswahl informiert. Zudem wurde die Wahlbeteiligung auch für Schüler ermöglicht, die nicht das Fach Sozialkunde belegt haben.

 

Nun folgt in der kommenden Woche der zweifache Praxistest. Unter der Woche gibt es die Testwahl der Jugendlichen u. a. am Lucas-Cranach-Gymnasium, die in der Vergangenheit das reale Wahlergebnis immer vorweggenommen haben. Nur bei den kleineren Parteien gab es mitunter Abweichungen. Am Sonntag folgt dann die mit Spannung erwartete Landtagswahl der Erwachsenen. Die Neugier der Jugendlichen am Wahlausgang und die Gegenüberstellung mit den Ergebnissen der Juniorwahl wurden bereits geweckt. Inwieweit dies künftig zu einer bewussteren Wahlbeteiligung unter den jetzigen Jugendlichen führt, ist nicht vorhersehbar.

Ein Trend müsste aber bei allen Bewerbern um ein politisches Mandat schon im Vorfeld deutlich werden. Bei einer bereits schon lange zuvor diagnostizierten Event- und Spaßgesellschaft hätten sie die Zeichen der Zeit erkennen müssen. In die Politik sollte und muss mehr Ehrlichkeit, inhaltliche Programmatik und Transparenz von Entscheidungen einziehen und nicht nur Versteckspielchen um „Plagiate“, „fehlerhafte Statistiken“ und „Personalgerangel“ oder „Wahlversprechen“. Debatten um Slogans „Wir stehen früher auf“ oder Ähnlichkeiten mit einer Kaffeewerbung sind dabei nicht der Weg, um die „wichtigen“ Probleme in unserem Leben und Land anzupacken.

Die Kehrseite wird ebenso offensichtlich. Mit populistischen Parolen im Straßenjargon und enormen plakativem Aufwand können vor allem Pubertierende, Unwissende und Personen, die auf die Übernahme von Mitverantwortung verzichten, beeindruckt werden.

Andererseits befinden sich Jugendliche auf der Suche nach einem für sie annehmbaren Interessenvertreter. Future! – die Jugendpartei brachte es vor Jahren mit ihrem Namen und ihrer Kandidatur auf den Punkt. Alles was Jugendliche wollen ist ernst genommen zu werden und Zukunftsperspektiven zu haben. Kurz, knapp und prägnant, ohne viele Worte, das trifft den Nerv der heutigen SMS-Generation.

Was beide Trends ebenso verkörpern. Viele Jugendliche haben Fragen und sind auf der Suche nach Antworten. In diesem Sinne bedeutet Demokratie fördern und fordern zugleich. Dem haben sich Eltern, Schule, Medien, die gesamte Gesellschaft zu stellen und nicht zu entziehen. Sachlichkeit und Problemlösungen, generationsübergreifende Gespräche und Transparenz bringen unser Land voran und nicht Polemik, verkrustete Parteistrukturen, haltlose Wahlversprechen, Machtgehabe, Fragekataloge und Stimmungsbarometer. Heute die Zukunft gestalten, heißt der übergreifende Wählerauftrag und dieser Verantwortung haben sich aber beide Seiten zu stellen, der Wähler und der Gewählte gleichermaßen.

Noch ein Grund mehr, die kommenden Wahlen im doppelten Sinne ernst zu nehmen. Wie heißt es im Volksmund: „Nach der Wahl ist vor der Wahl.“ und wenn wir wissen warum, dann haben wir keine Qual der Wahl.