Prime-Gymnasium

Unterzeichnen“Toll, dass wir dabei sind!”

Drei Schulen sind neue
Prime-Gymnasien

Drei Schulen aus Bad Belzig, Gräfenhainichen und Halle sind am
17. November 2014 in die Riege der „Martin-Luther-Universität Prime-Gymnasien“ aufgenommen worden. Alle 24 Schulen, mit denen die Universität diese Form der engen Kooperation pflegt, haben gestern in einem feierlichen Rahmen neue Verträge unterzeichnet.


„Etwas Besseres kann einem Gymnasium nicht passieren“, sagt Bernd Hering vom Fläming-Gymnasium Bad Belzig nach der Vertragsunterzeichnung. Er ist stellvertretender Direktor des ersten Brandenburger Prime-Gymnasiums. Die Angebote des Halleschen Schülerlabors Physik haben seine Gymnasiasten bereits genutzt. Für das neue Prime-Gymnasium haben Schule und Hochschule jetzt gemeinsam einen maßgeschneiderten Aktivitätenplan erarbeitet. Studienberater und -botschafter werden künftig regelmäßig nach Brandenburg reisen, um über Studienwahl und Hochschulalltag zu informieren. Die Universität bringt sich mit Gastvorträgen beim „Wissenschaftsabend“ der Schule ein, die Schüler werden in Halle wiederum die Jugenduni besuchen und vieles mehr.

Mehr als 700 Schüler sind 2014 durch das Prime-Gymnasien-Projekt bereits mit der Universität Halle in Berührung gekommen – meist im persönlichen Gespräch mit Studierenden, Studienberatern oder engagierten Lehrenden. Der Kontakt zu den Schulen kommt oft über persönliche Verbindungen zustande – durch Studierende oder Alumni der MLU, die als Lehrer oder ehemalige Schüler diese Verbindung beleben. Allen Beteiligten sprachen Kultusminister Stephan Dorgerloh und Rektor Prof. Dr. Udo Sträter in ihren Grußworten anlässlich der Vertragsunterzeichnung großen Dank aus.

Ganz individuelle Erlebnisse verbinden die Schüler nach ihren Vor-Ort-Besuchen mit der Martin-Luther-Universität. Warum das so wichtig ist, erklärt Kerstin Ackermann, Direktorin der Kooperativen Gesamtschule „Wilhelm von Humboldt“ Halle (KGS), dem zweiten neuen Prime-Gymnasium. „Wir wollen den Schülern dadurch den Zugang zur Universität erleichtern und Hürden abbauen“, so Ackermann. Viele Schüler der Gesamtschule kämen aus Nichtakademiker-Familien. Der Weg an die Universität sei für sie nicht selbstverständlich und damit sei auch die Hemmschwelle oft besonders groß. Deshalb sei zum Beispiel der Austausch mit den Studenten, der fast auf Augenhöhe stattfinden kann, so wichtig.

Schon seit fast zehn Jahren arbeitet die KGS mit der Universität zusammen. „Unsere Schülerabsolvieren an der Uni zum Beispiel Praktika. Und wir nehmen oft Studenten auf, die bei uns ihre Schulpraktischen Übungen, oder Hospitanzen absolvieren. Es ist toll, dass wir jetzt auch als Prime-Gymnasium dabei sind“, sagt die Direktorin. „Künftig wollen wir vor allem die Studienorientierung intensivieren, indem auch mal ein Professor an die Schule kommt.“

Angebote, die Schulen allein nicht leisten können

Auch das dritte neue Prime-Gymnasium arbeitet schon seit vielen Jahren eng mit der Martin-Luther-Universität zusammen. Denn mit einer Anfrage des Paul-Gerhardt-Gymnasium Gräfenhainichen begann die Geschichte des Halleschen Schülerlabors Physik (HaSP). „Wir haben gefragt, ob so ein Labor für Schüler möglich sei. Professor Hergert hat sich dann stark für dieses Projekt eingesetzt“, erzählt Physiklehrer Freddy Stiehler.

Seit seiner Gründung 2011 ist das HaSP bei Schulen stark gefragt. „Für uns ist es eine wichtige Bereicherung, denn hier wird den Schülern etwas geboten, das wir in der Schule gar nicht leisten können, vor allem was die technische Ausstattung und die fachkundige Betreuung betrifft.“ Auch der Standort am Weinberg-Campus sei besonders günstig, sagt Stiehler: „Wir können unseren Laborbesuch dadurch direkt mit einer Exkursion zum Fraunhofer-Institut und dem Besuch einer Hightech-Firma wie Sonotec.“ So könne man den Schülern zeigen, welche Berufswege Uni-Absolventen einmal einschlagen können.

24 Prime-Gymnasien aus drei Bundesländern

Seit 2008 bemüht sich die MLU um eine stärkere Vernetzung mit bestimmten Schulen und hat das Programm für die Prime-Gymnasien eingeführt. “Voraussetzung ist, dass die Schulen nachweislich ein Förderprofil besitzen und ihre Schüler, beispielsweise mit Angeboten zur Studienvorbereitung und -orientierung unterstützen“, erklärt Projektkoordinatorin Katrin Rehschuh. „Wir wollen möglichst viele Schüler für ein Studium in Halle begeistern und auf den Hochschulalltag vorbereiten, hochbegabte Schüler über ein Frühstudium fördern und Studierende für das Lehramt an Gymnasien bei der schulpraktischen Ausbildung unterstützen.”

Corinna Bertz