Fach Französisch

Unterrichtende Lehrerinnen und Lehrer:

NameFächerFunktionen
Frau Dr. Schenk Französisch/Englisch/Psychologie FSL, Mitarbeiterin im LISA / IQB
Frau Witteck Deutsch/Französisch/Russisch/kath. Religion Klassenlehrerin, Gleichstellung
Frau Teichler Deutsch/Geschichte/Französisch Klassenlehrerin, Schulzeitung
Frau Weinigel Französich/Englisch Klassenlehrerin

Neuer Lehrplan

Ab September gilt für die Klassenstufe 10 u. a. für das Fach Französisch ein neuer Lehrplan, der auf den Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife basiert. Was ist daran neu?

Im Vordergrund steht der Kompetenzerwerb.

Kompetenz im Bereich Fremdsprachen kann natürlich nur erreicht werden, wenn ein bestimmtes Wissen über Grammatik und Lexik vorhanden ist. Aber mit Grammatikregeln und einzelnen Vokabeln allein kann man nicht kommunizieren. Es geht also darum, Wissen anzuwenden.

Der Fremdsprachenunterricht dient nicht mehr nur der Vermittlung von Sprachkenntnissen.

Sprachkenntnisse, die sogenannte 'funktionale kommunikative Kompetenz' ist nur noch eine von 5 Kompetenzen, die im Fremdsprachenunterricht aufgebaut werden. Wichtig ist neben der  'Text- und Medienkompetenz' vor allem die 'Interkulturelle kommunikative Kompetenz'. Sie befähigt dazu, eine andere Kultur vertieft zu verstehen und somit besser kommunizieren zu können. Des weiteren vermittelt der Fremdsprachenunterricht Sprachbewusstheit, also ein Gefühl für Sprache und Ausdruck, und Sprachlernkompetenz, die Fähigkeit zum selbstständigen Erlernen von neuen Sprachen.

Die Teilkompetenzen Lesen und Schreiben bekommen Konkurrenz.

Im Fremdsprachenunterricht der Qualifikationsphase wurde bisher verstärkt Lesen und Schreiben geübt. Nun werden das Hörverständnis (Radiosendungen) und das Hörsehverständnis (Filme) aufgewertet, genauso wie das Sprechen. In anderen Bundesländern gibt es schon mündliche Klassenarbeiten, in Sachsen-Anhalt ist das noch nicht soweit. Die Bildungsstandards verlangen die Überprüfung des Hör(seh)verständnisses oder des Sprechens im Rahmen einer Klausur während der Qualifikationsphase, falls keine dieser Kompetenzen Gegenstand des Abiturs ist.

Die Abiturprüfung wird mittelfristig weitere Kompetenzen zum Gegenstand haben.

Die Abiturprüfung wird zunächst nicht geändert werden. Es wird weiterhin zwei Aufgaben zur Auswahl geben. Jede der beiden besteht aus einem Lesetext mit schriftlichen Aufgaben und einem Text zur Sprachmittlung ins Deutsche. Mittelfristig sind auch Aufgaben zum Hör(seh)verständnis denkbar, aber das wird vom Ministerium offiziell entschieden.

!! Die Abiturprüfungen 2015 und 2016 bestehen aus zwei Aufgaben zur Auswahl. Eine davon ist eine reine Textaufgabe bestehend aus einem Lesetext mit schriftlichen Aufgaben, die andere ist eine kombinierte Aufgabe bestehend aus einem Lesetext mit schriftlichen Aufgaben und einem Text zur Sprachmittlung ins Deutsche.


Herbst in Montauban (2015)

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Seit 1998 findet alle zwei Jahre ein Schüleraustausch zwischen dem Institut familial de Montauban und dem Lucas-Cranach-Gymnasium Wittenberg statt: Die Franzosen kommen im Spätherbst und wir fahren im Frühjahr nach Frankreich. Diesmal jedoch war alles anders, denn es war ein Abschiedsbesuch.

Die Franzosen können den Austausch nicht weiterführen, da in Folge politischer Entscheidungen nur noch wenige französische Schüler die Möglichkeit haben, Deutsch zu lernen. Nach derzeitigem Stand beschäftigt unsere Partnerschule (Abb. li.) ab Sommer 2016 für ca. 2300 Schüler nur noch eine Deutschlehrerin. Bitter nach 52 Jahren erfolgreicher deutsch-französischer Freundschaft. Die französischen Kollegen wehren sich erbittert gegen die neue Gesetzgebung - hoffentlich mit Erfolg!

Am 24. September ging es los: Abfahrt mit dem Bus um 3 Uhr 30 (!) nach Tegel. Von dort Flug über München nach Toulouse. Mit dem Bus nach Montauban, wo die 22 Schüler und Schülerinnen ihre Austauschpartner kennenlernten. Nach einer Führung durch die Schule ging es in die Stadt zu einer Erkundungsrallye.

Am Freitag (nach dem Schulbesuch mit den Austauschpartnern) begann die Projektarbeit mit einem Besuch im Musée Ingres, dem ehemaligen erzbischöflichen Palais. Wittenberg und Montauban (weißer Berg) haben nicht nur ihren Namen, ihre Einwohnerzahl und ihre Geschichte als protestantische Hochburg gemeinsam. Beide sind mit Cranach und Ingres die Heimat eines großen Malers. Welch ein Projekt für das Cranachjahr. Während Cranach im Sinne des Protestantismus malte, stellte Ingres den König XIII dar, welcher gelobte, sein Land der Mutter Gottes zu weihen, falls diese ihm ein Sohn geboren würde. Sein Gebet wurde erhört und noch heute ist Frankreich ein vorwiegend katholisch geprägtes Land.

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Ingres: Le vœu de Louis XIII        Mit Frau Witteck in Albi                Projektarbeit im CDI (Schulmediathek)

Nach einem für alle angenehmen und lehrreichen Wochenende in der Familie - 48 Stunden Französisch pur - besuchten wir am Montag die Stadt Toulouse, am Dienstag Albi, wo ein anderer großer Maler geboren wurde: Henri de Toulouse-Lautrec.

Am Mittwoch beendeten wir in der Schule unsere Projektarbeit und am Donnerstag hieß es Abschied nehmen von dem sonnigen Süden Frankreichs. Die Schüler wurden herzlich eingeladen wiederzukommen und zwar für 3 oder 6 Monate mit den Programmen Brigitte Sauzay oder Erasmus. Ein verlockendes Angebot für alle, die Französisch fließend sprechen wollen.

Eine wirklich schöne Zeit liegt hinter uns. Aber es war auch anstrengend, denn eine Woche lang mit einer fremden Sprache zurechtzukommen, das ist Hochleistungssport für das Gehirn. Jetzt beginnen die Vorbereitungen für den Besuch der französischen Schülergruppe vom 10. - 18. Dezember. Die Franzosen interessieren sich für Weihnachten in Deutschland und hoffen auf ein bisschen Schnee...


Schüleraustausch Wittenberg (Lucas-Cranach-Gymnasium)-Montauban
(Institut familial/Lycée Théas)

3.4.2014-11.4.2014

Der Schüleraustausch zwischen den Partnerschulen wird seit 1998 im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt. Jede dieser inzwischen 15 Austauschmaßnahmen befasst sich mit einem Projektthema. Der diesjährige Austausch thematisierte Städtebau und Architektur, weshalb die drei 'Villes roses', Albi, Montauban und Toulouse auf dem Programm standen.

Nachdem die französische Schülergruppe im Oktober 2013 für eine Woche nach Wittenberg gekommen war und sich dort über Städtebau und historische Veränderungen in Berlin, Magdeburg und Wittenberg informieren durften, reisten die Austauschpartner im April nach Montauban. Es handelte sich um 21 Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 9-11, die von zwei Französischlehrerinnen begleitet wurden. Alle, auch die Lehrerinnen, waren in den Familien ihrer Partner untergebracht, wo sie neben Kost und Logis Einblicke in das französische Familienleben erhielten.

Tag 1, Donnerstag: 5.20 Uhr Fahrt mit dem Reisebus zum Flughafen Tegel, von dort Flug nach Toulouse mit Zwischenstopp in Amsterdam. Mit Reisebus Transfer nach Montauban ins Institut familial, wo uns eine Begrüßung durch die Direktion und ein kleiner Imbiss in der Schulkantine erwarteten. Abend in der jeweiligen Gastfamilie.

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Tag 2, Freitag: von 8-10 Uhr Fachunterricht mit den Austauschpartnern, dann ein kleiner geführter Stadtrundgang mit einer der Französischlehrerinnen. Nach dem Mittagessen in der Kantine spielten die Schüler Gesellschaftsspiele im CDI, und zwar in gemischten deutsch-französischen Gruppen.

Tage 3 und 4, Samstag und Sonntag: Die Schüler erlebten ein individuelles Programm mit ihren Gastfamilien. Einige lernten die Familien ihrer Austauschpartner kennen, begleiteten sie zu Sportveranstaltungen, gingen schwimmen und tanzen. Einige unternahmen mit den Familien Ausflüge in die Pyrenäen, nach Carcassonne und sogar ans Meer nach Narbonne.

Tag 5, Montag: Deutsche und Franzosen unternahmen gemeinsam einen Ausflug nach Toulouse im Reisebus. Nach einem gemeinsamen Rundgang - St Sernin, Capitole, Jacobins, Daurade - ging es mit einem Touristenbähnchen zu weiter entfernt gelegenen Sehenswürdigkeiten. Die Schüler erhielten über Lautsprecher Erklärungen, viele waren so findig, über die Kopfhörer ihres Handys deutsche Erklärungen abzurufen. Während der darauffolgenden Freizeit wurde gegessen und fotografiert. Die Schüler waren aufgefordert, möglichst originelle Fotos von Sehenswürdigkeiten zu machen und einen Fragebogen zu Toulouse auszufüllen. Sie sollten mit Einheimischen ins Gespräch kommen. Beides, Fotos und Fragebogen, waren Gegenstand des darauffolgenden Unterrichts in Deutschland. Die Schüler sollten beides in französischer Sprache vorstellen und somit ihre daheimgebliebenen Klassenkameraden über den Aufenthalt in Frankreich informieren - und für den Austausch werben.

Tag 6, Dienstag: Nach zwei Hospitationsstunden im Unterricht ihrer französischen Partner unternahmen die deutschen Schüler einen kleinen Ausflug zur Ferme du Ramier. Hier wurden die Gäste von zwei ehemaligen Schülerinnen des Institut familial begrüßt und mithilfe eines Films über die Arbeit in der Milchwirtschaft informiert. Anschließend ging es in die Ställe, wo die Kühe und Kälbchen  artgerecht, geradezu luxuriös gehalten werden. Highlights waren natürlich das in der Nacht geborene Tier, aber auch die Riesenmassagebürste und der Melkroboter. Im Käsekeller erfuhren wir einiges über Käseherstellung und durften kosten - und kaufen. Nach einem kleinen Mittagspicknick ging es über Nègrepelisse (Schlossruine!) ins Petit Paris, eine Modellanlage der Hauptstadt Frankreichs, die der Besitzer im Alter von 14 Jahren im Gemüsegarten seiner Eltern mit einem Modell des Eiffelturms zu errichten begann. Berühmt wurde die Anlage durch den Tod Lady Dianas, der die Fans der Prinzessin an den Ort lockte, wo man den Pont de l'Alma bestaunen konnte. Le Petit Paris wurde zum Wallfahrtsort, der 20000 Besucher im Jahr anlockt.

Tag 7, Mittwoch: Die deutschen Schüler arbeiteten im Informatikraum der Schule in Kleingruppen arbeitsteilig an der Vorbereitung des Besuchs in Albi. Zumeist ging es um Leben und Werk des Künstlers Henri de Toulouse-Lautrec, aber auch um Albi und die Kathedrale Ste Cécile. Die Schüler waren aufgefordert, in deutscher und französischer Sprache Kurzvorträge zu erarbeiten, die über das Mikrofon des Reisebusses am nächsten Tag zu Gehör gebracht wurden. Einige Schüler waren im Lycée Théas bei ihren Austauschpartnern geblieben und daher nicht auf den Albiausflug vorbereitet. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung für Aktivitäten mit den Austauschpartnern.

Tag 8, Donnerstag: nach der oben beschriebenen Einstimmung im Bus erreichte die deutsche Schülergruppe Albi, wo wir zunächst die Kathedrale Ste Cécile von innen besichtigten. Dann konnten die Schüler einen der drei, von der Touristeninformation vorgeschlagenen und ausgeschilderten Rundgänge machen. Besonders schön war der, welche auf die andere Seite des Tarn führte und einen herrlichen Panoramablick auf die Altstadt ermöglichte. Nachmittags erhielten wir eine Führung in deutscher Sprache durch das Musée Toulouse-Lautrec.

Tag 9, Freitag: um 8.30 Uhr fuhr der Bus die Gruppe nach Toulouse, von wo wir über Amsterdam nach Berlin zurückflogen. Mit dem Berlin-Brandenburg-Ticket erreichten wir Wittenberg um 20.29 Uhr. Während der Fahrt erzählten die Schüler begeistert über ihre Erlebnisse. Sie waren allerdings auch erschöpft von den vielen neuen Eindrücken und dem Leben in der Fremdsprache. Gut, dass nun die Osterferien begonnen hatten. Alle waren sich einig: Schüleraustausch ist eine einzigartige, wunderbare Erfahrung!


 Alles war super, aber leider hat es nicht geschneit...

Mit diesen Worten haben sich die 20 Austauschschüler aus Montauban am Freitag Morgen von ihren 'corres' aus dem Lucas Cranach Gymnasium verabschiedet. Schnee ist eher selten in ihrer Heimat, der Gegend von Toulouse, und Weihnachtsmärkte gibt es zwar, aber wie viele Importwaren sind sie eben nicht 'the real thing'. Wie Weihnachten in Deutschland vorbereitet wird haben die französischen Schüler erleben können, z. B. beim Plätzchenbacken in der Berufschule, wo Frau Freund ihnen die Geheimnisse der Teigzubereitung und Dekoration verraten hat. Ein Projekt stellte die Erfahrung neuer Traditionen in einem fremden Land in den Vordergrund - worum ging es? Natürlich um die Hugenotten, jene französischen Flüchtlinge, denen Preussen Religionsfreiheit zusicherte und die Berlin ab dem 17. Jahrhundert mit ihrem Fleiss und ihrem 'Know how' (40 neue Handwerke haben sie mitgebracht) so sehr bereichert haben.

Dank finanzieller Unterstützung durch das Landesverwaltungsamt Halle konnten wir uns auf ihre Spuren begeben und nach Potsdam und Berlin fahren, wo allerdings vor allem die Mauer -oder das, was davon übrig ist - die Gäste fasziniert hat. Für uns alle war der Besuch aus Frankreich auch in der meist hektischen Vorweihnachtszeit eine Freude, denn das Schöne sieht man eben am besten durch die Augen der anderen. Und so sind wir gespannt auf unseren Besuch in Südfrankreich Anfang Mai.

Hoffentlich scheint diesmal die Sonne...